Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622318
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Werke 
Kleinkunst. 
der 
auf der Lipsanothek in Brescia (t. 441 ff), auf Bronzeeimer (426, 2), 
auf einem Kreuze (t. 431), auf der St. Johannes geweihten Krone 
des Agilulf in Monza (453, I), auf Marmorvase (427, 5), Ampollina 
(460,  Gutturnium (467, I): auf Ölfläschchen (t. 434. 435), 
auf Lampen (468, 8; 476, 5; 473, I. 2. 5; 471, 2., auf geschnittenen 
Steinen (479, 8; 478, 3; 478, 37), auf Siegel (479, 15); auf Bronze- 
platten (435, 9. 10. 8). 
Unter diesen Kunstwerken liegt eine bestimmte Gruppe aus dem 
Osten des römischen Reiches vor, welche sich in ihren Darstellun- 
gen an die zuletzt betrachteten Mosaiken, noch mehr an die Mehr- 
zahl der Miniaturen eng anschliefst. Es sind silberne ÖlHäschchen, 
die sich in Monza erhalten haben, bestimmt zur Aufnahme des Öles 
des Lebensholzes der heiligen Orte I), von Pilgern aus dem heiligen 
Lande nach dem Westen gebracht, Zeugnisse der Kreuzverehrung, 
wie auch die sich gewöhnlich auf ihnen findende Darstellung: zwei 
knieend Anbetende zu Füfsen des Kreuzes, beweist. Schon die 
Inschrift weist sie dem heiligen Lande zu, und auch inhaltlich er- 
weisen sie sich nach dem dargestellten Gedankenkreise ebenso voll- 
ständig dem zu dieser Zeit noch im Abendlande gewöhnlich ver- 
bildlichten fremd, als sie den oströmischen Bildwerken nahe stehen. 
Es herrscht auch hier eine merkwürdige Vorliebe für die Kreuzi- 
gungs-, Auferstehungs-, Himmelfahrts- und Piingstenscenexl, aber 
die Art, wie die Kreuzigung meistens dargestellt ist: Christus im 
Brustbilde über dem leeren Kreuze, weist noch in die eigentlich 
altchristlichen Jahrhunderte, in denen man der vollen Darstellung 
des Aktes der Kreuzigung noch scheu gegenüberstand, und vollends 
die Wiedergabe des beim Pfmgstwunder um Maria versammelten 
Apsotelkollegiums, dann des erhöhten Christus, besonders der ihn 
tragenden Engel ist wegen der völligen Übereinstimmung mit den 
Bildern des syrischen Mönches Rabulas ein Beweis für die zweite 
Hälfte des sechsten Jahrhunderts, zugleich auch für dieselbe Gegend, 
in welcher die Miniaturen geschaffen sind. Es sind im einzelnen 
hier heranzuziehen: die Himmelfahrt 2), bei der Christus in der von 
478, 
I) EJÄIOZV EYAÜY ZQIIZ TRN AFLQN TOIIQN. 
2) Garrucci t. 433, 8. I0; 434, 2; 435, I; ähnlich auf geschnittenem 
32. 
Steine :
        

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