Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622296
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Handschrift von 
Cambridge. 
er den Gestus des Sprechens, Der Nimbus ist ihm regelmafsig 
gegebenl). 
Ganz verschieden ist ein gegen das Ende des VI. Jahrhunderts 
geschriebener Codex, jetzt im Corpus Christi College zu Cambridgee), 
wol einer von denen, welche der Mönch Augustin mit nach Eng- 
land gebracht hat. Leider ist nur das Blatt mit der kompen- 
diarischen Darstellung der Geschichten des Lukasevangeliums vor- 
handen. In der Zusammendrängung der Bilder, in der systema- 
tischen Folge namentlich der Passionsscenen, in der Betonung der 
blofsen Handlung ist deutlich auf den durchaus praktischen Zweck 
hingewiesen. Es entspricht auch der Zeit, wie dem Charakter, den 
man im Lukasevangelium zu erkennen glaubte, wie aus der Um- 
schrift des Evangelistenbildes auch hier hervorgeht: Jura sacerdotii 
Lucas tenet ore iuvenci, dafs man hier auf der dem Texte des 
Lukasevangeliums vorangestellten Bildtafel die Passion Christi in 
den Vordergrund gestellt hat. Zwölf Bilder sind ihr gewidmet. 
Es war darum Raum für Scenen gegeben, welche teils neu sind, 
zum Teile früher sehr selten vorkommen. Jesus in Gethsemane, 
F ufswaschung, Judaskufs, Petrus Schwertstreich (in besonderer 
Darstellung), Jesus vor Kaiphas, Jesus verhöhnt, Pilatus" Hände- 
waschung, Führung zum Kreuze, Kreuztragung. Dazu treten noch 
als neue Sujets: Petrus Wandeln übers Meer, das Lehren Christi 
vom Schiffe aus, wunderbarer F ischzug (Luk. c. V), wobei Petrus 
auf die Kniee vor Christus fallt, Versuchung Jesu durch einen 
Schriftgelehrten, Jesus mit einem Weibe (Luk. XI, 27) und Jesus 
mit dem reichen Jüngling. 
Es ist alles Gewicht auf die blofse Handlung gelegt, die Per- 
son Jesu in ihrem Lehren, Wunderthuen und Leiden. Dazu kommt 
ein Rückgang in der Technik und die Kleinheit der Raurnverhältnisse, 
welche allerdings an den Künstler ganz besondere Anforderungen 
stellte. Daher ist die Bartlosigkeit, die mangelnde Charakteristik 
I) Die vier Evangelisten in dieser Handschrift t. 151 sind alle bärtig, aber 
im Alter verschieden: Markus hat rötliches Haar und Bart, Lukas kurze Haare, 
kurzen, gestutzten Bart, Matthäus und Johannes sind alt, weifshäuptig und tragen 
langen weifsen Bart. 
2) Garrucci t. 14x.
        

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