Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622287
Kosmas 
des 
Codex 
Indikopleustes. 
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Iiguration in himmlischem Glanze stehen, und Wo bei der Ausgie- 
fsung die himmlischen Flammen sich auf ihre Häupter senken, ist 
ihnen auch diese Auszeichnung gegeben. 
Die Verschiedenheiten in den Köpfen sind der Restauration, 
wohl auch den voneinander abweichenden Vorlagen zuzuschreiben. 
Wie die Typen der Apostelfürsten für die spätere Zeit von der 
griechischen Kirche endgültig beibehalten wurden, beweist ihre mit 
viel gröfserer technischen Geschicklichkeit als in dem Manuskripte 
des Rabulas gearbeitete Darstellung in dem Codex des Kosmas 
Indikopleustes, welche dem VII. Jahrhunderte angehört oder wenig- 
stens auf eine Vorlage aus dieser Zeit genau zurückgeht. Petrus 
steht neben Evangelisten, vor denen er sich durch die Schriftrolle 
und durch drei an einem Ringe zusammengeschlossene Schlüssel 
auszeichnet: grünlich-blaue Tunika mit Gold- und Purpurstreifen, 
rothbraunes Pallium. Haar und Bart sind weifs, die Züge alt, der 
Kopf rundlich und klein, das Haar etwas gekrauselt, kurz regel- 
mäfsig, die obere Stirne bedeckend, der Bart nicht lang und nicht 
stark I). Wie alle übrigen hat er Nimbus. 
Der Paulustypus findet sich fünfmal 2). Er kommt in Scencn 
vor, deren Darstellung wir hier zum erstenmal begegnen: Steini- 
gung des Stephanus und Bekehrung des Saulus. Auf dem letzteren 
Bilde steht der Apostel lehrend im Vordergrunde, im Mittelgrunde 
trifft ihn das himmlische Licht; er ist dann zu Boden gesunken, 
demütig bittend dargestellt, auf der andern Seite schreitet er mit 
dem ihm zuredenden Ananias fort, Den Hintergrund bilden zwei 
Städte. Der Kopf schliefst sich ganz an den früheren an und zeigt 
namentlich Übereinstimmung mit der syrischen Bibel: er ist mäch- 
tig, im vorderen Teile ganz kahl, der Bart sehr reichlich und lang, 
unten spitz zulaufend, in der Farbe rötlicher. Die Tunika ist in 
der Regel grünlich-blau mit roten Streifen, aber sie wechselt auch. 
Mit der verhüllten Linken trägt er, soweit er nicht anderweitig bei 
der Handlung beteiligt ist, das Buch, mit der rechten Hand macht 
1) Garrucci t. 
i) r. 153. 
151.
        

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