Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622241
Miniaturen 
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des Abendlandes erhebt, erfahren wir hieraus, dafs ein Typus für 
Petrus im VI. Jahrhundert in Ostrom vorhanden war. Dank der 
vortrefflichen Kunstübung zeigt er noch nicht die Spuren eines 
starren Schematismus, sondern es ist ein wirklich psychologisch 
ausgearbeiteter Charakterkopf. Er entspricht in der Hauptsache 
der Beschreibung des Malalas (S. 42), noch näher jenem Berichte, 
den Nikephoros mit dieser verbunden hat (S. 43, Note 3): das 
kurze krause Haar und das mittlere Alter gehen hierauf zurück, 
die Kahlköptigkeit ist, um ein Gegenbild zu Paulus zu haben, also 
aus künstlerischen Gründen unberücksichtigt geblieben. 
Verbunden mit der Schilderung des kaiserlichen Silentiarius 
zeigt unsere Darstellung in den Attributen die völlige Übereinstim- 
mung mit dem Abendlande: Paulus als der Apostel, der Theologe 
auf äfoxifv mit dem Buche, Petrus, trotzdem dafs er in der schrift- 
lichen Schilderung als der Schlüsselträger gepriesen wird, in beiden 
bildlichen Darstellungen nur mit dem Kreuze ausgestattet. Dabei 
wird auch die Bedeutung der Scene durch den Kommentar des 
Byzantiners in helles Licht gestellt: Der erhöhte Herr mit seinen 
beiden grofsen Herolden spricht heute noch wie in aller Zukunft 
die Worte göttlicher Lehre zu seiner Gemeinde. Im weiteren wird 
nicht nur die enge Zusammenstellung, sondern auch die häufige 
Verwendung ihrer Figuren wie des gesamten Apostelkollegiums in 
der bildlichen Ausstattung der gottesdienstlichen Räume aus den 
erhaltenen Resten und den Beschreibungen des einst Gewesenen 
deutlich erwiesen. 
Für Ostrom wird dem Mangel an monumentalen Denkmälern 
immerhin etwas abgeholfen durch die uns erhaltenen, aus verschie- 
denen Teilen des östlichen Reiches stammenden Miniaturen. 
Unsicher, wo er geschrieben, aber sicher griechischer Herkunft und 
dem Anfange des Jahrhunderts justinians zuzuweisen ist der von 
Harnack und Gebhardt Wieder ans Licht gezogene Codex Rossa- 
nenSiSI). Er steht, künstlerisch betrachtet, sehr hoch, daher waltet 
auch überall noch künstlerische Freiheit. Die zum Unterschiede 
und 
I) von den 
faksimilierter 
in sorgfältiger Beschreibung, Bausen 
Leipzig, Giesecke und Devrient. 
99K 
beiden glücklichen Findern 
Probe herausgegeben 1880,
        

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