Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622214
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Evangelisten ziehen sich die Büsten der Apostel um die Scene 
der Transfiguration an einem Bogen herum, während am Fufse 
der Hauptdarstellungen die Prophetenbüsten dem Beschauer vor Augen 
treten. So sind auch hier die Träger der Verkündigung des Wortes 
Gottes in beredter Weise zusammengestellt. Aber es ist dieses 
Werk doch nur ein kümmerlicher Rest altchristlicher Kunstthätig- 
keit im Osten. 
Was sich uns aus altchristlicher Zeit im Abendlande von Pro- 
ben in der inneren Ausschmückung der Kirchen und in der Ver- 
wertung der Apostel, sei es des ganzen Kreises, sei es nur einzelner 
Vertreter erhalten hat, ist noch reichlich zu nennen im Vergleiche 
mit den Resten im Osten des römischen Reiches. Aber die glanz- 
vollen Trümmer lassen hier eine Pracht ahnen, vor welcher der 
Westen zurücktreten mufs. Wie viel höher ist der malerische Reiz 
der oströmischen Centralanlagen mit ihren mächtigen lichten Kuppel- 
räumen als der im Abendlande vorwiegend gebräuchlichen Kirchen- 
anlagenl Hier die ununterbrochene gerade Linie und eine für den 
Hauptratim gleichmäfsige Beleuchtung von zwei Seiten, dort ein 
bunter Wechsel in den Formen und Farben, ein viel lebhafteres 
Spiel von Licht und Schatten, Zumal wenn sich ein ganzes System 
von Kuppeln, wie in der Hagia Sophia zu Konstantinopel entfaltet, 
diese selbst wieder in ihrer Gröfse die mannigfachste Verschieden- 
heit aufzeigen. Empfingen die unteren Teile durch Bekleidung mit 
bunten Marmorplatten und den edelsten zu Mustern zusammenge- 
setzten Steinen die reichste Ausschmückung, so forderten die 
oberen Partieen mit dem reichlichen Lichte und den verschiedenen 
Raumverhältnissen die Mosaikkünstler zur Darstellung der mannig- 
fachsten, besonders aber der imposanten Scenen unmittelbar heraus, 
während Wieder für Weberei und Stickerei durch die nötigen 
Teppiche und Vorhänge, welche der übrigen Ausstattung nichts 
nachgeben durften, genügend Gelegenheit zur Entfaltung der künst- 
lerischen Kraft gegeben war. Leider ist mir das grofse Werk von 
Texier und Pullan über die byzantinische Architektur nicht zugäng- 
lich; es ist darum Beschränkung auf die wenigen anderweitig zur 
Verfügung stehenden Beispiele geboten. In der Mitte der Kuppel 
von Hagia Sophia zu Thessalonich, einer Kirche, die ebenfalls Justi- 
nian ihre Entstehung verdankt, ist Christi Himmelfahrt dargestellt:
        

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