Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622182
Judas. 
Andreas. 
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Man vermifst hier doppelt das Fehlen der Apostel. Immerhin 
lassen sich aus den andern Mosaiken einzelne Aposteltypen aufser 
denen der Hauptapostel erkennen. In dem Baptisterium der Ortho- 
doxen sind die Apostel namentlich bezeichnet und in S. Apollinare 
nuovo lassen sich bestimmte Jünger aus der Beteiligung an gewissen 
Vorgängen der biblischen Geschichte erkennen. 
Judas' Eigentümlichkeit ist auch hier die, dafs er durchaus ohne 
jedes ihn über das Gewöhnliche hinaushebende Merkmal dargestellt 
wird I): bartlos, jung, gekleidet wie die andern Jünger in Tunika und 
Pallium mit breitem Clavus. Die Züge, wie die Bewegungen sind hier 
im wesentlichen dieselben wie auf den andern Beispielen der Scene. 
Um so auffälliger ist der in den meisten ravennatischen Mo- 
saiken auftretende Andreastypus. Das älteste, Welches die Apostel 
nach bärtigem oder unbärtigem Kopfe ganz symmetrisch anordnet, 
verleiht nur Matthaeus im weifsen Barte einen besonderen Gesichts- 
ausdruck: es giebt Judas Jakobi, Bartholomaeus und Jakobus Zebe- 
daei längeren Bart, doch hat letzterer keinen Schnurrbart; aufser- 
dem trägt Jakobus Alphaei leichten Backenbart. Die andern sind 
bartlos. Die Kopie des VI. Jahrhunderts lehnt sich im ganzen treu 
an das Vorbild an. Sie bringt aber zwei Änderungen; die eine in 
der Reihenfolge: Johannes tritt vor seinen Bruder Jakobus. Die 
andere im Typus: Andreas trägt hier ein überaus reiches, dichtes 
Kopfhaar, aufserdem schwarzen, nicht zu langen. Bart. In sehr 
charakteristischer Weise zeigt sich der originelle Typus schon wenige 
Jahre nach dem ersten Mosaik, in der Kapelle des Petrus Chryso- 
logus. Während die andern Apostel in der Regel alle eine gemein- 
same Haartracht haben: das lange Haar vorn etwas verschnitten und in 
die Stirne gestrichen, hat Andreas Haar eine aufrechte Stellung, 
ist sehr lang, fast zottig. Und was hier das Medaillon zeigt, während 
es die Ganzdarstellung in der Ecclesia Ursiana noch nicht andeutet, 
wird in den historischen Scenen in S. Apollinare nuovo wiederholt: 
bei der Berufungß) und der Speisung 3); das eine Mal ist das Haar 
mehr liegend, das andere Mal starrt es mehr in die Höhe. In 
251:
        

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