Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622110
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Entwicklung des Typus. 
Letzte 
figuren wahren, so wäre dieser Paulus hier mit seinem kahlen Kopfe, 
dem langen Barte und Petrus mit dem kurzen Haare und kür- 
zeren Barte, wenn auch noch nicht völlige Ausprägung des Typus, 
so doch eine weitere Annäherung an diesen. Aber noch S. Maria 
Maggiore, also das erste Drittel des V. Jahrhunderts (t. 2II) läfst 
die Vollendung des Typus nicht erkennen. Man könnte hier 
wol, wenn man die Köpfe allein sprechen lassen müfste, an 
der Entscheidung zweifeln. Das reichlichere Haar ist bei Petrus 
angedeutet, Paulus ist nicht kahlköpfig und hat den charakteristischen 
Bart nicht, wenn auch einen längeren als der Mitapostel. Fast ein 
Jahrhundert später weist das Mosaik von SS. Cosmas und Damian 
für beide Apostelfürsten den völlig entwickelten Typus auf. Die 
allgemeine Verschiedenheit der Gestalten von den früheren in Ab- 
rechnung gebracht, sind doch die typischen Merkmale hier durch- 
aus vorhanden. Paulus mit dem mächtigen länglichen Kopfe, der 
gewaltigen Stirne, langer Nase, braunem spitzen Barte und sehr 
dünnem braunen Haupthaare, das nur in der Mitte des Vorder- 
kopfes, ähnlich wie im Manuskripte des Rabulas sich noch etwas 
zeigt; Petrus alt, mit kurzem grauen Haarkranze, wie es scheint 
Tonsur. Der Kopf ist auffallend kleiner als der des Heiden- 
apostels. 
Zwischen dem Mosaike in S. Maria Maggiore und dem in SS. 
Cosmas und Damian liegt also für die römische musivische Kunst 
die letzte Entwicklung. Sie läfst sich vermutungsweise an den 
Zeichnungen der verlorenen oder restaurierten Mosaiks verfolgen. 
So wenn in S. Paolo fuori le mura (t. 237) Paulus mit länglichem 
Gesichte, noch nicht kahlem Kopfe, aber reichlich langem, spitz 
zugehendem Barte, Petrus mit rundlichem Kopfe, kurzem Barte, 
aber länglichem Haare, das die Stirne freiläfst, aufgefafst ist, und 
das im letzten Drittel des V. Jahrhunderts entstandene Mosaik in 
S. Agatha läfst auch in der Zeichnung (t. 240, 2) eine weitere 
Stufe schauen, indem es die typischen Merkmale bringt, aber ihre 
Träger noch nicht zu jenen zwar gewaltigen, aber doch alten Per- 
sonen macht, wie das Mosaik in SS. Cosmas und Darnian. In die 
unmittelbare Nähe dieses letzteren fällt auch das chronologisch 
nicht genau zu bestimmende in S. Andrea (t. 240, I). Von da an 
wird der Typus beider Apostel genau kopiert, wie die musivischen
        

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