Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622101
Paulus. 
für Petrus und 
Der Typus 
grosse musivische Thätigkeit im IX. Jahrhundert knüpfte unmittel- 
bar an die früheren Mosaiken, besonders die des VI. Jahrhunderts 
an, wie ein Vergleich der musivischen Malereien von S. Prassede, 
S. Cecilia, S. Marco im allgemeinen, insbesondere des Mosaiks von 
S. Cecilia mit SS. Cosmas und Damian beweist. Sie bildet die 
Überleitung ins Mittelalter und giebt die Weiterentwicklung der 
Typen der gesamten Apostel, Welche in ihren ikonographischen 
Kennzeichen von Paschalis in den verschiedenen Darstellungen in 
S. Prassede (Triumphbogen, innere Wände der Kapelle und Ora- 
torium v. S. Zeno) vor Augen geführt werden I). 
Bei der Untersuchung der Typen auf den Mosaiken hat man 
in Rom nur drei verläfsliche Darstellungen: in S. Pudentiana, S. 
Maria Maggiore und SS. Cosmas und Damian. Die andern sind 
als stärker restauriert oder nur in Zeichnungen erhalten erst in zwei- 
ter Linie zu verwerten. Wie es die Tüchtigkeit des Künstlers an 
S. Pudentiana mit sich brachte, dafs er die Köpfe nicht in unifor- 
mer Maske malte, sondern individuelle Charakterisierung angab, so 
kann man bei den offenbar mit Vorliebe behandelten Hauptaposteln 
auch eine schärfere Kennzeichnung beobachten, trotzdem dafs auch 
die vorliegende Darstellung, wie die Goldgläser des ausgehenden 
vierten Jahrhunderts, wie die Sarkophage derselben Zeit, besonders 
der des junius Bassus, die Apostel als" schöne Typen der Männlich- 
keit vor allem auffassen. Insbesondere tritt die Ähnlichkeit des 
bärtigen Typus mit dem Petruskopfe auf dem dem genannten 
Sarkophage entgegen. Paulus ist der Mann mit freiem, kühnem 
Gesichtet die Haare kurz, die Stirne frei  der Vorderkopf aber 
nicht kahl  der Bart lang und voll. Petrus" Kopf, offenbar durch 
Restaurationen hindurchgegangen, zeigt kürzeren, aber spitzeren 
Bart und schematisch behandeltes, in die Stirne ein wenig herein- 
fallendes Haar. Man sieht also, dafs die eigentlich typischen Merk- 
male nicht völlig gewahrt sind. Wenn wir auf die Zeichnung 
Ciampinis von dem Mosaike in S. Sabina (t. 2I0) etwas geben 
dürften und dabei die in den Mosaiken gewöhnliche Placierung 
trotz der anderen Reihenfolge der darunter angebrachten Ecclesia- 
Mus. 
crist. XI, 
XII. 
in Revue 
Müntz 
Sept. 
arch. 
1374 P- 
176.
        

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