Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622087
F rührömische "Werke. 
IIS 
schauend. Über den beiden Hauptaposteln halten die Schwestern 
Pudentiana und Praxedis den Kranz. S0 sind die beiden Apostel 
die, welche von Christus Wort, Auftrag und Gesetz erhalten, die 
doctores ecclesiae, wie zugleich die erhöhten und gekrönten Märtyrer 
 genau die Kombination, wie sie an dem um diese Zeit in leb- 
haftem Aufschwunge begriffenen Peter- und Paulsfeste vollzogen 
wurde. Die neben Petrus sitzenden Personen tragen, zumal die 
vorderste, ein so individuelles Gepräge, dafs man unter dem Greise 
wol den Vater, den Senator Pudeus, unter den jüngeren seine Söhne 
Novatus und Timotheus verstehen mufs, während man in den 
hinter Paulus sitzenden vier entweder, was aber unwahrscheinlich 
ist, da diese Art und Weise der partiellen Darstellung des Apostel- 
kollegiums nicht vorkommt, Apostel oder wie auf dem Goldglase 
verschiedene Heilige erblicken kann, deren Namen mit der Zer- 
störung der unteren Partie des Mosaiks in Wegfall gekommen sind. 
Verloren ist ein anderes Bild in S. Pudentiana: Petrus auf 
niedriger halbrunder Sella sitzend, auf jeder Seite neben sich ein 
Schaf I). 
Die folgenden römischen Mosaiken zeigen jenem Meisterwerke 
der jungen christlichen Kunst gegenüber keinen Fortschritt auf, 
in künstlerischer Beziehung sogar deutlichen Rückgang. Erhalten 
aus dem angehenden V. Jahrhundert sind uns die beiden Ecclesiae 
in S. Sabina auf dem Aventine, während die darüber angebrachten, 
den beiden Frauengestalten entsprechenden Hauptapostel verloren 
sind und nur nach Ciampinis ungenauer Zeichnung studirt werden 
könnenz). Sie standen zur Seite der Mitteldarstellung, wo der 
Herr der Herrlichkeit sich befand. Zur Seite seines Thrones mit den 
Evangelistenzeichen vereint sind sie um den Thron, den leeren, ge- 
stellt in der Mitte der Darstellungen in S. Maria Maggiore, mit 
offenem Buche in der Linken, die Rechte im Sprechgestus nach 
dem Throne gewendet, und mit den Evangelisten zusammen stehen 
sie neben dem Herrn am Berge mit den vier Paradiesesflüssen3). 
1) t. 209. 
2) Vet. monum. 
Garrucci tav. 210.  
3) In S. Andrea 
T. I. p. 200 tab. XLIX. Vgl. Bulletino 1872. S. 139 f. 
in Cata Barbara Patricia. Nur nach Zeichnung (Garr. 240, I)- 
811
        

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