Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622075
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der musivischen Kunst. 
Stoffliche Beschränkung 
Malerei erklärt es sich, dafs es weniger lebhafte Handlungen sind, 
welche der Künstler sich wählen darf, als vielmehr ruhige feierliche 
Scenen. Daher denn auch in der Regel die Mitte eingenommen 
wird von dem in ruhiger Majestät thronenden Christus, dem zur 
Seite in Verehrung stehen Engel, Evangelisten, Apostel. Die 
Mosaikmalerei bietet gleich von Anfang an Scenen, welche an das 
Repräsentative streifen, häufig in den Apsiden oder über den Tri- 
umphbögen. Sie beweist auch, dafs man hier den Räumlichkeiten 
gerecht wurde, denn diese erforderten ruhige Darstellungen. All- 
mählich vollzog sich der Übergang in das rein Repräsentative, Cere- 
monielle. In ihrem schönsten Werke, welches dem Ende des IV. 
Jahrhunderts angehört, zeigt die musivische Kunst, dafs diese Auf- 
fassung Christi als des Thronenden inmitten seiner Heiligen nicht 
ohne weiteres fertig gewesen ist, sondern sich künstlerisch ent- 
wickelt hat. Das Mosaik in der Apsis von S. Pudentianai), bei 
dessen gegenwärtigem Zustande man immer einige Restaurations- 
zuthaten in Abrechnung bringen mufs, um das Werk einer ebenso 
vom christlichen Glauben als vom Talent und der tüchtigsten klas- 
sischen Schulung geführten Hand zu erkennen, zeigt deutlich die 
Übereinstimmung mit den gegen das Ende des IV. Jahrhunderts 
und Anfang des V. entstandenen Werken der Sarkophagkunst, der 
Katakombenmalerei, der Goldglasfabrikation (t. 187, 4), welche 
Jesus als den ötöäoxalog mit seinen jüngern, sei es dem Plenum 
der Apostel oder nur den beiden Hauptvertretern desselben darstellen. 
Der Hintergrund ist das himmlische Jerusalem. Christus hat die 
Rechte im lebhaften Redegestus erhoben und hält mit der linken 
Hand das aufgeschlagene Buch. Zu seinen Seiten sitzen, ein wenig 
unter ihm, je fünf perspektivisch gruppierte Persönlichkeiten, an der 
Spitze zur Rechten Christi Paulus, entsprechend auf der andern 
Seite Petrus, durch die Inschrift namentlich bezeichnet, Paulus mit 
offenem Buche, Petrus die Rechte erhoben, beide zu Christus 
1) Bei Labarte, Hist. des arts industriels II, 338, sowie bei Gally Knight, 
Eccles. architecture vol. I. pl. XXIII und. De Rossi, Musaici crist. fasc. XIII. XIV 
farbige Wiedergabe. Gerspach, La mosaique p. 39. Garrucci tav. 208 erklärt es für 
eine Darstellung des Apostelkollegiums und auch seine Zeichnung weicht von der 
bei Gerspach etc. ab.
        

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