Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622061
Die Mosaiken. 
113 
Iunius Bassus erinnert: so genau stimmt hier der gesetzempfan- 
gende Apostel mit dem dort zum Tode geführten. Ebenso 349, I 
und schon schematischer 347, 2. Im folgenden Jahrhunderte weisen 
die Bilder darauf hin, dafs man den Gegensatz zu der Darstellung 
Petri scharf hervortreten lassen wollte, So wird das Profil ver- 
schieden behandelt, der Bart wird länger und spitzer (352, 2), (die 
Adlernase ist angedeutet 346, 2, am markantesten 345, 1) der 
Kopf in einigen Beispielen auffällig mächtiger. Der Gegensatz ist 
gewahrt auf den beiden rein repräsentativen Bildern 336, I und 4, 
WO das eine Mal Paulus mit Kahlkopf und Bart dem Mitapostel 
gegenübersteht, das andere Mal sich wenigstens durch den letzteren 
von ihm unterscheidet. 
Katakombenmalereien und Sarkophagplastik sind die haupt- 
sächlichsten Gebiete, in denen die Sepulkralkunst der alten Christen 
ihre Verkörperung gefunden hat. Mit Betrachtung der Mosaiken 
treten wir aus dem sepulkralen Gedankenkreise heraus. Aber nicht 
nur dies ist zu beobachten. Sie sind auch der Mehrzahl nach nur 
für die spätere Zeit von Belang. 
Von den musivischen Werken, mit denen Konstantin die Peters- 
kirche wie die Paulskirche und noch andere Basiliken geschmückt 
haben soll, ist bis auf die Reste in S. Costanza so gut wie alles 
verloren. Diese letzten selbst aber kommen hier nicht in Betracht, 
weil die wirklich alten Bestandteile nichts hierher Gehöriges enthalten, 
die Scenen aber in den Seitenapsiden: Christus giebt Petrus die 
Schlüssel und Christus segnet die Apostel Thomas und Philippus, 
chronologisch unsicher sind und gegenwärtig durchaus die Formen 
einer sehr späten Zeit an sich tragen. Auch das von Marangoni 
entdeckte Mosaik im Coemeterium Callisti: Christus auf der Welt- 
kugel sitzend zwischen Petrus und Paulus I), mit der bekannten mon- 
archianischen Inschrift läfst Spuren einer späteren Renovation er- 
kennen, die in ihrem Umfange sich nicht genau verfolgen läfst. 
Doch ist das Sujet der künstlerischen Darstellung im wesentlichen 
wol unverändert geblieben. Es läfst erkennen, in welcher Richtung 
die Mosaizisten ihre Vorwürfe suchten. Aus der Natur dieser 
I) de Rossi im Bullettino 1866 
Ficker, Die Aposteldarstellungen.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.