Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622032
IIO 
Spanien. 
immer bärtig erscheinenl). Dafs der Paulustypus in Arles bekannt 
war, dafür spricht aus der besten Zeit t. 335, 2, wo der Apostel 
ganz typisch, wenn auch sein Kopf nicht so gewaltig wiedergegeben 
ist. Tritt der kahle Kopf weniger auf den späteren Darstellungen 
342, 2 und 3 hervor, so ist doch der Gegensatz zu dem Petrus- 
typus zu erkennen. Die Stirne ist frei und hoch, der Bart ist 
gröfser und läuft spitzer zu. 
Für die übrigen französischen Monumente läfst sich die obige 
Beobachtung ebenfalls als richtig erweisenz). 
Zieht man aus dem Dargelegten die Summe, so mufs man 
sich dazu bekennen, einen festen Typus für beide Apostel im 
fünften Jahrhundert anzunehmen; das um so mehr, wenn man für 
manches Versehen der Künstler und wie man erst recht sich ge- 
statten darf, Ungenauigkeiten der uns vorliegenden Reproduktionen 
in Anschlag bringt. Für den Paulustypus steht die Einheit- 
lichkeit in Südfrankreich ohne weiteres fest, in gleicher XVeise wie 
in Italien, besonders in Rom. Der Petruskopf, welcher häufiger 
vertreten ist, hat in den besten Sarkophagen charakteristische Züge, 
aber er steht doch selbständig neben dem römischen; erst die mehr 
repräsentativen Charakter tragenden Scenen, verbunden mit dem 
Rückgange der Technik und mit den immer typischer werdenden 
Haartrachten, näheren die Varianten immer mehr, so dafs man im 
V. Jahrhunderte auch hier von einem festen, gemeinsamen Typus 
sprechen kann. 
Mit diesem stimmen auch die spanischen Sarkophage. dieser 
Zeit zusammen. 381, 4 (Zaragoza) ist Petrus inschriftlich bezeich- 
net, und der Kopf stimmt zu dem von Arles am meisten. Schablo- 
nenartig und nicht viel sich von dem allgemein bärtigen Kopftypus 
einem 
festen, 
gemeinsamen 
TYPus 
I) Man kann diese Beobachtung sogleich bestätigt finden auf den zwei andern 
Beispielen derselben Tafel: 343, 2 (Rignieux-le-Franc) und 343, 3 (Arles), ferner 
351, 4 (Arles), 329, 2 (Leriils). 
2) Wo die Persönlichkeiten der Hauptapostel nur Glieder des Ganzen sind 
Apt 331, 3; Mandiques 351, I; Clermont  Ferrand 338, 1) sind sie nicht hervor- 
ragend charakterisiert, treten sie heraus oder allein zu Christus, so erscheint der indi- 
viduelle Typus (für Petrus: 318, 5, Narbonne; für beide 402, 2, Narbonne; 368, 3 S. 
Maximin; 341,1 Rheims ist nach Garruccis Bemerkungen die Zeichnung nicht zu- 
verlässig.
        

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