Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622016
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Typen beider 
Die 
Apostel 
Südfrankreich  
Merkmale, um den Gegensatz erkennen zu lassen (t. 346, 2 und 
noch mehr 345, I) : Petrus trägt volles Haar auf dem Vorderkopfe und 
ganz kurzen Vollbart, niedrige Stirn, gerade Nase; sein Kopf erscheint 
kleiner als der Pauli (wie auch 3 32, 2), während die offenbar einer anderen 
technischen Schule angehörenden Darstellungen (336, I. 4) Petrus das 
einemal mit abrasiertem Barte, das andere Mal mit kurzem Barte, 
beidemal mit kurzem Haare und niedriger Stirn (wie auch Christus) 
abbilden. 
Auf südfranzösischen Sarkophagen finden sich beide Apostel in 
historischen Scenen bei der Darstellung ihres Martyriums; doch ist, 
weil allein gut erhalten, hier nur der von Marseille (352, I) zu ver- 
wenden, der, wie er auch sonst die Übereinstimmung mit der rö- 
mischen Schule beweist, auch für die Apostelfürsten die an Rom 
erinnernden Typen aufzeigt. Der Typus Petri mit dem wie üblich 
in die Stirneeleicht hereinfallenden kurzen, glatten Haupthaare und 
dem welligen, nicht zu knappen Vollbarte setzt sich dem Kopfe 
Pauli gegenüber, der ganz kahlen Vorderkopf und nicht starken und 
nicht langen Vollbart hat. Dieser Paulustypus findet sich weiter 
in Marseille bei der Steinigung (346, I), etwas modificiert, woran 
aber die Zeichnung Schuld sein kann. Die Wiedergabe Petri ist 
offenbar genau dieselbe wie oben auf dem Petrussarkophage von 
Arles (340, 5) und läfst sich in Arles weiter verfolgen (399, 6; 
400, 5. 8), selten beeinHufst durch künstlerische Liebhabereien (369, 3) 
und ebenso in S. Maximin (352, 2). Doch weist gerade in dem letzten 
Orte ein Sarkophag verschiedene Varianten auf (353, I.  Die 
beiden Fragmente in Avignon (400, I und 2), allem Anscheine nach 
die Schlüsselübergabe darstellencl, dürfen wol von der Besprechung 
ausgeschlossen werden 2). 
I) Der Künstler hat es sonst verstanden, die verschiedenen Köpfe derselben 
gleich darzustellen. Der Petruskopf bei der Erweckung stimmt aber nicht in den 
Zügen, wenn auchin den Hauptmerkmalen mit dem sonstigen südfranzösischen, auch nicht 
mit dem Kopfe Petri bei der Verleugnung, welcher den Typus völlig verlässt. Denn 
hier ist das Haar dichter und der Bart viel länger, dort der Kopf breiter, hier um 
lfg schmäler.  
2) Petrus ist hier unbärtig, aber, da. Garrucci nichts davon erwähnt, scheint 
die Zeichnung unzuverlässig zu sein.
        

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