Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1622003
Proviuzialdarstellungen. 
Italienische 
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Monumente sind bedeutend früher. An der Spitze steht das Grab- 
denkmal von F ermo (t. 310, 2) dessen Petrustypus, soweit er auf 
den zwei lrVunderdarstellungen vorkommt, einzig dasteht und alle 
anderen Beispiele übertrifft. Hier ist der Künstler sichtlich be- 
müht, Charakteristika des alle andern um Haupteslänge überragen- 
den Apostels hervorzuheben: der Bart kurz und gekräuselt, das 
Haar im Gegensatze zu der sonst auf dem Sarkophage sich fin- 
denden Haartracht durchaus gelockt und in die Stirne hängend, 
das Gesicht freundlich. Diese Darstellung ist von den besten 
römischen verschieden, steht aber in künstlerischer Ausführung 
neben ihnen. Aber verschieden hiervon ist schon der Petruskopf 
daneben in der Entweichung aus dem Kerker: das Haar ist leise 
gewellt, aber anders als vorher, der Bart ist ähnlich, aber nicht 
mehr so charakteristisch, der Kopf ist breiter und mächtiger. Jeden- 
falls haben wir einen selbständig arbeitenden Künstler; auch der 
Christuskopf beweist es. Dagegen gibt der Sarkophag von Osimo 
(t. 319, I) seinem Petrus spärliches glattes Haar und langen Bart 
und der von Riano (t. 364, I) läfst den Einflufs der Haartracht des 
fünften Jahrhunderts bemerken. 
Die Varianten der historischen Darstellungen kehren in den 
magistralen und repräsentativen Scenen in gleicher Weise nicht 
wieder; diese sind aber auch nicht früher als Anfang des fünften 
Jahrhunderts. So erklärt sich das etwas in die Stirne hereinragende 
Haar; der Bart ist in der gewöhnlichen Weise kurz, und so stimmt 
der Typus mit dem römischen, wie er sich im Laufe des V. Jahr- 
hunderts immer mehr festsetzt, nahezu überall. Die kleinen Ab- 
weichungen auf dem Palermitaner Monumente (t. 349, 4), wie auf 
dem von Tolentino (t. 303, I) sind nicht derart, dafs sie als selb- 
ständig sich herausheben, und erklären sich um so mehr, als diese 
Denkmäler immerhin früher als die anderen sind. Wie der Typus 
sich weiter entwickelt, zeigen die ravennatischen Sarkophage. Der 
frühere (t. 348, 2; V. Jahrhundert) erinnert an den zweiten Typus 
von Rom, aber ohne in dem schlichten, vollen, in die Stirne rei- 
chenden Haupthaare Besonderheiten vor den andern Aposteln zu 
zeigen. Der Bart ist auch voll, aber nicht lang. Der Kopf unter! 
scheidet sich scharf von dem des Paulus auf demselben Sarkophage 
(ebenda no. 5). Die Beispiele des VI. Jahrhunderts übertreiben diese
        

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