Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621991
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Rom. 
Varianten in 
zu spärlich trägt, gewöhnlich etwas gewellt, die Stirne aber nicht 
verdeckt, und einen kürzeren Bart dazu, der in der Regel auch 
gelockt ist (t. 3I5, I; 382, 2; später: 364, 2). 
Auf den magistralen Scenen darf man erwarten, eine genauere 
Charakterisierung zwecks der Unterscheidung des Apostels von den 
übrigen zu finden. Hier wird auch auf die einzelne Persönlichkeit 
nach und nach mehr Gewicht gelegt; der Keim der Devotion wirkt 
schon mit. Man kann in der Hauptsache die zweite Variante beob- 
achten: das kurze Haar, der kurze Bart; einige, aber weniger 
bedeutsame Abweichungen spielen mit herein. Somit ist das 
für die römischen Sarkophage der Haupttypus. Es erhellt aus 
der Betrachtung der Bildwerke, dafs von einer einheitlichen 
Wiedergabe nicht geredet werden kann. Den Sarkophagkünstlern 
konstituieren zwar nur einige wenige Merkmale den Typus; sie 
sind auch von Anfang an im Gebrauch: für Rom gibt es auf 
Sarkophagen kein unbärtiges Petrusbild. Die Schwankungen aber 
sind so bedeutend und machen sich gerade auf relativ so guten Sarko- 
phagen bemerkbar, dafs sie nicht durch eine Berufung auf die Unfertig- 
keit der Künstler beseitigt werden können. Wie man bis ziemlich spät 
schwankt, beweist z. B. der Sarkophag t. 330, 5, auf dem verschie- 
dene Varianten des Petruskopfes nebeneinander stehen. Im all- 
gemeinen bequemt sich der erste Typus dem zweiten an; vielleicht 
darf man aber auch von seinem Einfiusse auf diesen sprechen; 
schliefslich ist das Haar spärlich und kürzer. 
Auf sonstigen italienischen Sarkophagen kommen in historischen 
Scenen beide Apostel 1) auf einem Erzeugnisse lombardischer Kunst 
vor, welches sich genau an römische Vorbilder hält (t. 353, 4). 
Es ist nicht vor dem Ende des V. Jahrhunderts anzusetzen. Die 
Apostel sind von einander unterschieden. Der Kopf ist beiden 
durch eine Kappe verhüllt, bei Petrus ist etwas Haar, ziemlich 
spärlich über der Stirn, bei Paulus gar keins sichtbar. Hier hat 
Petrus langen Vollbart, der Heidenapostel gekräuselten, aber kurzen 
Bart, besonders am Kinn. Doch läfst sich bei der Kopftracht und 
bei der Roheit der Arbeit nichts entscheidendes sagen. Die andern 
I) Gegen Biraghi (Sarcof. dei SS. Naborre e Felice, 
Blartyriluxm dieser Heiligen dargestellt glaubt. 
Milano 
welcher das
        

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