Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621984
TYPus in 
Petri 
Rom. 
105 
am Kinne kurz, und der Kopf ist im Vergleiche zu dem des Paulus 
kleiner und runder, das Gesicht freundlicher als das des Mitapostels. 
Im grofsen und ganzen kann man sagen, dafs die Fortsetzung 
des Typus in dem Modificieren der beiden am leichtesten zu be- 
handelnden Merkmale des Kopfes: des Bartes und des Haupthaares 
besteht. Und hierbei ist der Typus Petri entschieden schwerer 
zu verfolgen als der des Heidenapostels. Das zeigt sich auf dem 
historisch-symbolischen Relief t. 304, 4, welches noch ins IV. Jahr- 
hundert zu setzen ist: Paulus unterscheidet sich durch seinen Kahl- 
kopf von allen Aposteln, Petrus" Kopf trägt zwar die typischen 
Merkmale, wenn auch das Haar hier etwas dichter ist, aber er Würde 
sich nicht von den anderen jünger-n unterscheiden lassen, wenn er 
an anderer Stelle stünde. 
Soviel ich sehe, lassen sich, wenn man die Petrusdarstellungen 
verfolgt und wenn man die Sarkophage vergleicht, die allein ihrer 
relativ besseren Ausführung wegen in Betracht kommen, die 
zwei Varianten des Petruskopfes auch weiterhin verfolgen. xlch 
finde den Typus, welchem das spärliche Haar und der längere 
Bart charakteristisch sind, z. B. ausgeprägt  zunächst die histo- 
rischen Scenen betrachtet  aufser auf dem Monumente des Iunius 
           
358, 3 und später 369, I. Hier ist die Stirne wegen des spärlichen Vorder- 
haares etwas freier. Wenn übrigens einigernal ein mehr gelocktes 
Haar vorkommt, so ist das weniger als Veränderung des Typus 
aufzufassen, als vielmehr der Technik des Künstlers zuzuschreiben, 
wie ein Blick auf die anderen Figuren lehrt. Es hängt mit dieser 
Ausführung der- Typus zusammen, dafs einigemal der Vorderkopf 
kahl gelassen wird. Dieser Auffassung des Kopfes läuft noch eine 
Variante parallel, deren ältester Vertreter t. 350, 2, vielleicht 
auch der Sarkophag aus S. Pietro in Vincoli ist (313, 3). Ihr ist 
in der Hauptsache der kurze Bart und das weiter ins Gesicht rei- 
chende, die Stirne mehr bedeckende Haar  was offenbar mit der 
im V. Jahrhundert üblichen Sitte zusammenhängt  eigentümlich. 
(t. 366, 1; 315,2; 319,4; 365,2; 367,2). Bei diesen beiden Spielarten, 
die eine jede für sich schon wieder Varianten hat, bleibt es aber 
nicht, es lassen sich vielmehr frühe schon Kombinationen beobachten, 
von denen die verbreitetste die ist, wonach Petrus das Haar nicht
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.