Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621956
IO2 
Ananias 
und 
Sapphira. 
weisen 
die 
Reliefs 
auf 
Petri 
Wundertaten 
und 
auch 
die 
der 
anderen Apostel, auf Grund von Act. V, I2 ff. Ebenso in bester 
Zeit noch geschaffen sind die beiden in der Darstellung fast iden- 
tischen Beispiele des hauptsächlichsten Erweises der Wundermacht 
Gottes in des Apostels Leben, der Erweckung der Tabea durch 
Petrus: S. Maximin t. 353, 2, Schmalseite und Arles t. 400, 8 
(Le Blant p. 4), Langseite. Die "Wiedergabe entspricht im wesent- 
lichen dem Berichte Act. IX, 41 : Petrus steht zu Füfsen des Lagers 
und ergreift mit der Rechten die Hand der halb noch liegenden, 
halb sitzenden Christin, hinter welcher Frauen mit Schleiern um 
den Kopf stehen. Unterhalb des Lagers knieen bitttlehend Frauen, 
auf t. 353, 2 auch Personen männlichen Geschlechtes. 
Daneben ist nur noch ein historisches Faktum aus des Apostels 
Leben in der Sarkophagkunst verbildlicht worden. Ein südfranzö- 
sisches Sarkophagfragrnent von unbedeutender Gröfse und schlech- 
ter Erhaltung, jetzt in Avignon (t. 400, 9), zeigt einen menschlichen 
Körper von zwei Männern getragen, davor eine männliche Gestalt, 
die Rechte im Befehlsgestus nach den Trägern ausgestreckt, neben 
ihm ein Mann mit erhobener rechter Hand, seinen Worten zuhörend. 
Die Ähnlichkeit mit der durchaus klaren Darstellung auf der Lip- 
sanothek in Brescia (t. 444) macht es, trotzdem dafs der Kopf des 
Apostels verstümmelt ist und wir auch nicht mehr zu erklären 
vermögen, wer der Getragene ist, ob Mann oder Weib, wahrschein- 
lich, dafs wir auch hier eine Episode aus der Erzählung von 
Ananias' und Sapphiras Tode zu erkennen haben (Act. V). 
Weniger anfafsliche und in den Gedankenkreis der Sepulkral- 
kunst weniger gut als der beiden Apostelfürsten Lebensge- 
schichte sich einfügende Momente boten die in der evangelischen 
Geschichte überlieferten Züge aus dem Leben des Lieblingsjüngers 
Jesu, Dazu tritt er auch als Apostel hinter den Hauptvertretern 
der christlichen Lehre zurück. Kein Wunder, dafs er auch in der 
Sarkophagkunst so gut wie keine Rolle spielt. Denn t. 325, I, 
wo in Alternierung des bärtigen und unbärtigen Kopfes bei Darstel- 
lung des Apostelkollegiums einmal gröfsere Freiheit waltet, indem 
zwei unbärtige jugendliche Apostel auf einander folgen, ist kein 
zwingender Grund vorhanden, in dem einen den Apostel Johannes 
zu sehen. Dagegen ist er, wie Matthaeus, auf einem der Sarkophage
        

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