Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621923
Schlüsselverleihung. 
99 
geblieben. Der Apostel, in Tunika und Pallium, mehr oder minder 
ins Profil gestellt, den rechten Arm gewöhnlich aus dem Mantel- 
überwurf erhoben, so dafs die Hand, entweder ganz-oder nur der 
Zeigefinger ans Gesicht gelegt ist, hat zu Füfsen den Hahn und 
kehrt sich zu Christus, der, durchweg en face aufgefafst, sich nicht 
direkt zu seinem jünger wendet. Er hat den Arm im Pallium, nur 
die Hand, zum Sprechgestus hoch erhoben, ist sichtbar. Neben 
diesem Typus zeigen sich einige Varianten: Petrus weist mit der 
Rechten auf den zu seinen Füfsen stehenden Hahn. Dies ist in 
früher Zeit gebräuchlich, späterhin läfst es sich nicht mehr be- 
obachtenI). Dafür ist der späteren Periode die häufiger vor 
kommende Verschiedenheit eigentümlich, dafs Petrus charak- 
teristische Handbewegung nach dem Munde und Kinne nicht 
ausgeführt ist, 7mal; er ist nur als Zuhörer der Worte Christi 
dargestellt, hat den Arm im Pallium, die Hand schaut lose hervor, 
wie abwartend. Teilweise ist diese Veränderung durch die Not 
diktirt: es war Gefahr da, dafs Petrus' ausgestreckte Hand der 
Hand Christi in den Weg kamz). Zum Teile erklärt sich auch 
aus künstlerisch praktischen Gründen, aber gewiss auch weil sie 
als ausdrucksvoller empfunden wurde, vielleicht auch weil sie bei 
genauerer Betrachtung des Tierlebens sich als der Natur ent- 
sprechender erwies, die erhöhte Placierung des Hahnes, sei es 
auf Säule oder auf einem Baume oder auf niedrigem Postamente, 
etlichemal in Rom, verhältnifsmäfsig oft in Südfrankreich 3). 
Gegenüber den Darstellungen des Falles Petri in der V erleug- 
nung tritt auf den Sarkophagen die Scene seiner Erhebung über 
die andern Apostel in sehr bezeichnender Weise zurück. Es ist, wie 
ausgeführt, nicht undenkbar, dafs der Stab, der sich bisweilen in 
seiner Hand erblicken läfst, eine Andeutung auf das ihm zuerst von 
allen verliehene Hirtenamt ist. Aber jedenfalls tritt die Schl üss el- 
Verleihung in den Kreis der Kompositionen erst im Anfange 
des fünften Jahrhunderts, ganz vereinzelt auf römischen Grabdenk- 
Zeit 
I) In Rom ein frühes Beispiel t. 366, I (Coem. Vatic.); in Arles in bester 
(Petrussarkophag; einmal in Civitä Castellana und noch einmal in Numidien. 
2) röm.: 320, x, 330, 5; 334, 1; 376, 4; franz.: 319, I; 352, I; 353, I. 
3) Yönl-J 3171 I? 319, 4; 3231 SQfFßnZ-I 313w S; 399- 5; 3171 I; 3191 4- 
719
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.