Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621869
Gefängnis 
Petri. 
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Gefangenführung durch zwei Trabanten und neben der Ankündigung 
von Petrus' Verleugnung ist t. 346, I die Steinigung des Heiden- 
apostels in Lystra (XIV, I9) abgebildet. 
Es erschöpfen sich diese Martyriums- und Gefangennehmungs- 
scenen mit der Darstellung des Gefängnisses Petri in Jerusalem 
(Act. XII, I-II) auf dem Sarkophage aus Fermo (IV. ]ahrh.)I), 
welcher in der einen Hälfte Petri Wunderthaten erzählt; die andere 
bringt in der ersten Scene drei Wächter in römischer Kriegs- 
tracht, schlafend, vor Augen, in der zweiten den Apostel, geführt 
von Christus (t. 3x0, 2). Es könnte Zweifel entstehen, 0b diese 
Figur Christus oder dem Neutestamentlichen Berichte gemäfs ein 
Engel sei, aber die Figur deckt sich genau mit der Person in der 
Mittelscene, welche unzweifelhaft Christus ist. Die Einführung des 
wundermächtigen Herrn für den Engel ist die direkte bildliche 
Übersetzung der Sterbebitten: sicuti liberasti Petrum et Paulum e 
carceribus z). 
I) Garrucci bemerkt zu diesem Sarkophage, und es ist bezeichnend für die 
tendenziöse Interpretationsmethode, man fände hier den Zusammenhang leicht, se 
Si considera il continuo uso di sostituire alla Passione del Signore quella del suo 
Vicario inoltre che 1a Passione non ä il piü delle volte espressa con Parresto 
di Pietro. 
2) In den erörterten, sicher auf Petrus zu deutenden Beispielen der Gefangen- 
führllflg haben wir eine Grundlage zu weiteren Untersuchungen über die oft wieder- 
kehrende Scene der Gefangenfortführung, welche der Gegenstand lebhafter Kontro- 
versen jetzt noch ist. Sie hat, formal betrachtet. mit einigen der erwähnten grofse 
Ähnlichkeit. Es ist hier namentlich zu erinnern an die römische Darstellung: t. 350, 2 : 
Petrus, im Mantel, ohne Buch, von zwei Schergen angefafst, welche Chlamys über 
dem gegürteten Leibrocke, kurze offene Schuhe und Schwert tragen. Ebenso wie 
sie sind die beiden Reliefs auf dem Petrussarkophage von Arles (t. 340, 5) durchaus 
symmetrisch zu drei Figuren angeordnet: hier hat Petrus das Buch, die Trabanten 
haben keine Sandalen, keine charakteristische Kopfbedeckung, während nur einmal, 
auf dem Marseiller Denkmal (t. 352, x) der Häscher aufser den Schuhen durch die 
cylindrische Kappe ausgezeichnet ist. 
Schon ein Hüchtiger Überblick der Sarkophagmonumente zeigt das nahe Ver- 
hältnis dieser Scene zu dem Quellwunder. Dieses letztere gehört zu den beliebtesten 
Objekten der Darstellung. Es finde: sich auf römischen und italischen Sarkophagen 
36ma1, auf südfranzösischen und spanischen lgmal, unter den römischen Iomal 
ohne die Ergreifung des Wunderthäters, unter den andern 9mal ohne diese. Die 
Gefangennahme ohne Quellwunder ist in Rom 3mal, sonst auch 3mal dargestellt. 
Unmittelbar mit der Gefangennahme verbunden, erscheint das Quellwunder in Rom
        

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