Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Darstellung der Apostel in der altchristlichen Kunst
Person:
Ficker, Johannes
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1620628
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1621814
Die späten Sarkophage. 
scene mit symbolischem Charakter: Christus thronend, die Füfse 
auf einen liegenden Löwen und eine Schlange gesetztl). Doch 
machen die Palmen zu Seiten der Begleitfiguren Christi es nicht 
unwahrscheinlich. Ganz und gar Devotionsbilder sind die Reliefs 
auf den beiden Sarkophagen in der Kathedrale: Paulus rechts von 
Christus mit Buch, Petrus links mit Kreuz, Petrus das eine Mal mit 
abgeschorenem Barte; Christus in der Mitte, das Buch in der 
Linken, alle drei die Rechte erhoben, lehrend, predigend. 
Somit endet die Scene, die in früherer Zeit sehr lebhaft be- 
wegt ist, beim Repräsentationsbilde; die Attribute sind zu fest- 
stehenden unterscheidenden Merkmalen geworden. Ist anfangs die 
Verteilung nicht scharf durchgeführt, so hat sich nun für Paulus 
die Schriftrolle als bedeutsames Zeichen, für Petrus das Kreuz fest- 
gesetzt. Christus als Lehrer mit und in seinen Aposteln für die 
christliche Gemeinde, für die Welt, dieser Gedanke, zuerst inmitten 
anderer Ideeenkreise ausgesprochen, wird in der Darstellung des 
Apostelkollegiums selbständig und findet seinen Abschlufs in dieser 
abbreviierten Darstellung, wobei künstlerische Rücksichten mit stoff- 
lichen Gründen Hand in Hand gehen. Die späte Zeit giebt, wie 
die ravennatischen Sarkophage beweisen, gern Einzeldarstellungen. 
Sie liebt nicht eine reiche Relieffülle. Das hat seinen Grund in 
der Übersetzung des historischen Vorganges in die ceremonielle 
Scene; das symbolischreflektierende Element tritt immer mehr in 
den Vordergrund, daher auch die häufige Verwertung christlicher 
Symbole auf den späten Denkmälern. Es ist aber auch verursacht 
durch die steigende Unfertigkeit der Künstler, die einer reichen 
Schilderung nicht mehr gewachsen waren und sich auf das Ornament 
warfen. Zwangen schon die Säulenstellungen an und für sich den 
Künstler, sich zu beschränken, so wird dies fast peinlich empfunden 
auf den ravennatischen Sarkophagen, wo eine grofse Leere sich 
sehr oft bemerkbar macht, nur wenig verdeckt durch den Reichtum 
der Ornamentez). 
I) Nach ps. XC, ähnlich wie einmal sonst auf Sarkophag: Rom, Lat. t. 374, 1. 
Zu vergl. die Darstellung in dem alexandrinischen Coemeterium (Garr. zu t. 105 B, 5). 
2) Sehr häufig, ja man kann sagen, in der Regel kommen hinter Christus, 
wenn er zwischen den beiden Apostelfürsten steht, Palmen vor. Namentlich finden 
sie sich auf den römisch-italienischen Sarkophh., in Südfrankreich nur einigemal,
        

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