Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Person:
Pangerl, Matthias Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1402392
NOTIZEN ZUR GESCHICHTE DER MALEREI IN BÖHMEN. 
steht damals mit den beiden anderen Malerschulen ersten 
Ranges in Deutschland, denen von Köln und von Nürnberg, 
in gleicher Reihe. 
läxßälfläctfifjilfij Die oberen Wandbilder in der Kreuzcapelle, Scenen aus 
der Kindheitsgeschichte Christi und aus der Apokalypse, haben 
stark gelitten, so dass ein scharfes und bestimmtes Urtheil über 
ihren Stil schwer ist. Im Ganzen scheinen sie derselben Schule 
anzugehören, sind aber zugleich wohl nicht unberührt von dem 
freieren Schwung, wie ihn die westlicheren deutschen Richtungen 
besitzen. Andere Producte dieser eigentlichen Prager Schule 
Wyenlijlfgfpelle sind die unteren Bilder in der Wenzelscapelle des Domes zu 
Prag, soweit sie noch erhalten sind. Auf das nächste stimmt 
mit den Tafelbildern zu Karlstein ein grösseres Tafelgemälde 
Talgjgälgitgfß aus der Kirche zu Raudnitz überein, das in der Sammlung der 
Patriotischen Kunstfreunde zu Prag ausgestellt ist. Es zeigt 
in der oberen Abtheilung die Madonna mit dem Kincle, der 
zur Seite Kaiser Karl und sein Sohn, König Wenzel, knien, 
durch ihre Patrone, den heiligen Sigismund und den heiligen 
Wenzel, empfohlen; in der unteren die Landesheiligen Veit, Lud- 
milla, Procop und Adalbert, vor welchen der zweite Erzbischof 
von Prag, Johann Oöko von Wlasim (1364-1380) kniet. Die 
Principien sind hier dieselben, aber die Derbheit und Strenge 
ist etwas gemildert, Züge grösserer Anmuth und Noblesse treten 
uns in den Gesichtern entgegen, die Farbe ist klar und glück- 
lich gestimmt. 
Auch in der Burg Karlstein haben wir noch Producte 
 dieser Schule. So die Bildercyklen aus den Legenden der hei- 
ligen Ludmilla und des heiligen Wenzel an der Treppe zur 
 Kreuzcapelle, leider schlecht erhalten; dann einige Bildnisse und 
Porträtgruppen in den unteren Capellen. An der Altarwand 
der Marienkirche, deren übrige Bilder wir später erwähnen 
werden, befinden sich repräsentirende Darstellungen Karl's IV., 
die von den anderen Wandbildern des Raumes abweichen und 
erheblich später als diese sind: Karl und seine erste Gemalin 
Blanca (gestorben 1348); der Kaiser, der seinem Sohne Wenzel 
(geboren 1361), einem kaum erwachsenen Knaben, einen Ring 
übergibt; der Kaiser betend am Altar. Leider ist der ursprüng- 
liche Charakter dieser Bilder durch Uebermaltlngen ganz entstellt.
        

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