Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Person:
Pangerl, Matthias Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1402365
NOTIZEN ZUR GESCHICHTE 
DER MALEREI IN BÖHMEN. 
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lautet: „Eodem etiam tempore fecit ipse Dominus Imperator 
lieri et depingi supra porticurn Ecclesiae Pragensis de opere 
vitreo more graeco, de opere pulchro et multum sumptuoso." 
Im Jahre 1371 wird die Vollendung berichtet: „Eodem anno 
perfecta est pictura solemnis, quam Dominus Imperator fecit 
fieri in porticu Ecclesiae Pragensis de opere Moysaico more 
Graecorum, quae quanto plus per pluviam abluitur, tanto mun- 
dior et clarior eflicitur." Wie die technische Ausführung so ist 
auch die Zeichnung des Bildes, welches das Jüngste Gericht, 
unten sechs Landesheilige von Böhmen, sowie den Kaiser und 
seine vierte Gemalin darstellt, ein Product der damaligen italieni- 
schen Schule, aber ein ziemlich rnittelmässiges. 
Thomas von Mutina wie diese italienischen Mosaicisten 
nehmen eine ziemlich isolirte Stellung ein und Enden auf böh- 
mischem Boden keine Nachfolge. Abgesehen von ihnen treten 
uns aber noch sehr verschiedene Richtungen in der Malerei da- 
selbst entgegen. Neben einander kann man sie namentlich in 
der Burg Karlstein sehen. Der Bau des Schlosses war 1348 
begonnen worden, die Kirchen und Capellen desselben konnten 
schon 1357 geweiht werden (Pelzel, Kaiser Carl IV., Prag 
1781, II, p. 559), jedoch mit Ausnahme der Kreuzcapelle im 
Bergfried, über deren Weihe durch Erzbischof Johann im Jahre 
1365 Benessius von Weitmül berichtet: Die dominico post 
festum Purificationis consecravit capellam maiorem in turri castri 
Karlstein. Construxerat enim Imperator castrum hoc de miro 
opere et iirmissimis muris, prout hactenus cernitur, et fecit in 
superiori turri unam magnam capellam, cuius parietes circum- 
dedit auro puro et gemmis preciosis et decoravit illam tam re- 
liquiis sanctorum quam ornatibus pro Decano et Capitulo seu 
Collegio, quod ibidem instituit et ornavit picturis multum pre- 
ciosis. In diffuse orbe terrarum non est castrum neque capella 
de tam pretioso et merito, quia in eodem conservabat insignia 
imperialia et totius regni thesaurum." 
Die Kreuzcapelle, ein aus zwei ziemlich dem Quadrat ent- 
sprechenden Traveen gebildeter, in Kreuzgewölben überspannter 
Raum, ist mit Tafelbildern wie mit Wandbildern geschmückt. 
Die ersteren bilden eine Täfelung der Wand selbst, eine An- 
ordnung, durch welche sich Friedrich Schlegel an die Bilder- 
M alereiep in 
Karlstem. 
Kreuzcapel 
Tafel bilder.
        

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