Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Person:
Pangerl, Matthias Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1402161
DIE BRUDERSCHAFT UND IHRE ENTWICKLUNG ZUR ZUNFT. 
ihre Anmeldung bei den Altmeistern, ferner eine zweiwöchent- 
liche Kündigungsfrist für Gesellen. Gleichzeitig wird festgesetzt, 
dass ein Maler als Gesellen blos Einen Maler, Einen Zubereiter 
und Einen Schnitzer unterhalten darf. Dass Knechte von 
diesen so verschiedenen Gewerbszweigen in der Malerwerkstätte 
beschäftigt werden, geht aus der Natur der Arbeiten, die hier 
ausgeführt werden, hervor. Die Maler sind die Unternehmer 
von Werken, besonders Flügelaltären, bei denen sich Bild- 
Schnitzereien, bemalt und vergoldet, mit der Malerei vereinigen. 
Der Glaser darf nur Einen Gesellen unterhalten. 
Beschränkung 
in der Zahl des 
Gesindes. 
Aehnliche Beschränkungen in der Zahl des Gesindes, das 
ein Meister halten darf, kommen auch an anderen Orten vor. 
Die Augsburger Malerzunft beschliesst im Jahre 1517 auf 
Antrag der Bildhauer, „damit ir handwerkh des Bildhawens hin- 
fur dester baß bey guten Wurdenn beleyben mocht": „Das 
hinfuro kein bildhauer über zween knabenn zu lernen nit an- 
nernen soll." Den Glasern aber wird gleichzeitig nur Ein Knabe 
zugestanden. Bei der neuen Strassburger Meisterstückordnung 
von 1516 wird festgesetzt, dass auch die jetzigen Meister noch 
ihr Meisterstück zu liefern haben. Wer das nicht thue, dürfe 
nur Einen Knecht und Einen Knaben halten. Man sieht, dass 
hier die Maler Unternehmer in grösserern Stil waren und die 
Beschränkung im Gesinde als Strafe galt. Die neue Strassbur- 
ger Glaserordnung vom Jahre 1557 setzt fest, dass ein Meister 
„nit uber selbviert" arbeiten dürfe, mit zwei Gesellen und 
Einem Lehrjungen, oder auch mit drei Gesellen, falls er keinen 
Lehrjungen habe. 
Auffallend ist, dass die Bestimmungen über die Aufnahme 
der Lehrknaben, die sonst in den Zunftordnungen eine grosse 
Rolle spielen, in dem Buche der Prager Malerzeche fehlen. 
Dagegen sind unter Nr. II mehrere Notizen über die Annahme 
von Jungen und ihre Vorstellung vor den Geschworenen zu 
finden, in der sonst bei Zünften üblichen Form. 
Lehrknaben. 
Die Entwicklung der Bruderschaft zur Zunft hatte bei 
der Prager Malerzunft erst in einer Zeit stattgefunden, in W61Ch6r 
bereits das öechische Element überwog. Aber die neue Orga- 
nisation beruhte auch jetzt durchaus auf deutschem Muster. 

        

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