Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Person:
Pangerl, Matthias Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1402159
DIE BRUDERSCHAFT UND IHRE ENTWICKLUNG ZUR ZUNFT. 
„ltem Ein Crucefix mit eym getrenge, als Marien, Johannes 
und andere frowen, darby die Juden zu Roß und füß inn 
einer lanttschaüft von lymfarben." 
„ltem für das dritt ein Marienbild oder Engel oder sunst 
ein junges byld mit gewant das gesnytten ist, soll er fassen 
pronieren vergulden und mit lassieren und ander zierung Elen 
hoch ungevärlich." 
Ferner werden durch die Bestimmungen von 1454 in der 
Prager Malerzeche die Verhältnisse zwischen Meistern und Ge- 
sellen geregelt, die Verpflichtungen festgesetzt. Besonders han- 
Arbeitszeit. delt es sich da um die Feststellung der Arbeitszeit, über welche 
ähnliche Bestimmungen getroffen werden, wie sie sonst überall 
in deutschen Zünften bestanden (vgl. Wilhelm Stahl, Das 
deutsche Handwerk, Giessen 1874, S. 306). Sie sind in der 
Sommer- und in der Winterszeit verschieden. Letztere beginnt 
am St. Lucasabend, dem 17. October, wird da feierlich ein- 
geleitet durch die Lichtgans, eine gebratene Gans, welche der 
Meister bei Sonnenuntergang seinen Gesellen zum Abendessen 
vorsetzt, und dauert bis zum ersten Mittwoch in der Fasten- 
zeit. Sommers hat der Geselle mit dem Frühgeläute aufzustehen 
 und bis zum Abendessen zu arbeiten, nach welchem er Feier- 
abend hat und seines Weges gehen kann; Winters, wo man 
später aufsteht, findet Lichtarbeit noch nach dem Abendessen 
statt. Der Geselle, der Abends ausgegangen ist, hat zu bestimm- 
ter Stunde wieder im Hause des Meisters zu sein. 
Ein strenges Verfahren wird gegen solche Gesellen fest- 
Discipün über gesetzt, welche in die Umgegend ziehen und dort für Schlösser, 
Geßßllßn- Kirchen, Klöster selbständig Arbeit übernehmen. Keiner, der 
nicht Meister in der Zeche ist, darf eine Arbeit, welche Mei- 
stern zukommt, übernehmen. Die Bestimmungen, dass keiner, 
Meister oder Geselle, die Arbeit eines Anderen herabsetzen und 
schmähen, ihm ein Werk abdingen, Gesinde oder Käufer ab- 
wendig machen dürfe, dass einem gegen seinen Meister unbot- 
mässigen Gesellen kein Unterstand zu geben sei, werden wieder- 
holt und "verschärft. Vorschriften über das Benehmen der Ge- 
sellen in den Werkstätten und Häusern werden getroffen und 
im Jahre 1482 weiter ausgeführt. Spätere Zusätze, um 1490, 
betreffen eine zweiwöchentliche Probezeit der Gesellen und 
Arbeitszeit.
        

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