Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Person:
Pangerl, Matthias Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1402139
DIE BRUDERSCHAFT UND IHRE ENTWICKLUNG ZUR ZUNFT. 
söhne der Meister. Beiden, und zwar besonders den Ersteren, 
  wurden, wie das allgemein Brauch war, Erleichterungen gewährt. 
Ößfiäläiäliißälvon der gleichen Hand folgt ein Artikel über Zerwürfnisse 
zwischen Meistern und eine Bestimmung darüber, wie man sich 
gegen einen Knecht zu-verhalten habe, der sich mit seinem 
Meister überwirft und die Arbeit einstellt. Diesen Gesellen darf 
zunächst kein anderer Meister aufnehmen, bis der Bruder-Meister 
 und die Viere ihr Urtheil in dieser Sache gesprochen.  
Dieser letzte Artikel zeigt, dass in der Bruderschaft von 
 Anfang an der Keim der Zunft lag, und so tritt uns nun auch 
im Verlauf des fünfzehnten Jahrhunderts schrittweise die Aus- 
bildung der Bruderschaft zu einer wirklichen Zunft entgegen, 
unter Einfluss jener Entwicklung des Zunftwesens, welche sich 
damals allgemein in den deutschen Städten vollzog. Das Wesen 
der Zunft ist aber darin begründet, dass die gewerbliche Ge- 
nossenschaft es zu einer selbständigen Ausübung der Ge- 
 werbepolizei und der Gewerbegerichte bringt. Die Mitglieder 
geloben sich, ihre Streitigkeiten unter sich abzumachen und 
ihre Angelegenheiten selbst zu ordnen. Auf diesem Wege 
kommt es dazu, dass solche Genossenschaften ein Stück der 
öffentlichen Gewalt in ihre Hand bekommen und einen Zwang 
auszuüben im Stande sind. Man vergleiche hierzu die Aus- 
führungen von G. Schmoller, Strassburg zur Zeit der Zunft- 
kämpfe (Strassburg 1375) S. 8. 
Die in lateinischer Sprache eingetragenen Zusatzbestim- 
mungen aus dem Jahre 14.35 betreffen nur die Ordnung beim 
Sprechen in den Versammlungen, suchen ferner dem vorzu- 
beugen, dass "die Berathungen der Zeche ausgeplaudert werden, 
und dass ein Meister dem andern eine Arbeit abwendig zu 
machen suche, indem er selbst sich eindränge und geringere 
Forderungen stelle. 
Wirklich vollzogen erscheint die Umwandlung zur Zunft 
Aufnahme. in den Satzungen seit r454, welche in äechischer Sprache ab- 
gefasst sind. Sie handeln zunächst von der Aufnahme in die 
Zeche, und zwar was Meister wie Gesellen, Fremde wie Ein- 
heimische betrifft. Die zu leistende Einzahlung wird von einem 
halben Schock Groschen auf einSchock erhöht. Einige andere 
Bedingungen für die Aufnahme, welche, wenn auch früher nicht
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.