Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Person:
Pangerl, Matthias Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1402119
DIE BRUDERSCHAFT UND IHRE ENTWICKLUNG ZUR ZUNFT. 
Or anisation Wir wollen zunächst die Ergebnisse kurz zusammenfassen, 
der lglalerzcchmwßlClle sich aus den Satzungen für die Organisation und Ent- 
wicklung der Prager Malerzeche herausstellen. 
Die im Jahre 1348 gegründete Zeche gehörte der Altstadt 
Prag allein an. Eine gleiche Zeche bestand in der Folge in der 
von Kaiser Karl IV. gegründeten Neustadt Prag, und beide 
Zechen pflegten etwa seit der Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts 
 sich unter einander zu verständigen und in Uebereinstimmung 
zu handeln, obwohl sie als gesonderte Körperschaften fort- 
bestanden (vgl. Anm. 105, zum Jahre 1461). Es finden Ver- 
handlungen „in voller Zeche" statt, in welchen die Meister der 
beiden Prager Städte nebst Vertretern des Rathes der Klein- 
seite anwesend sind (vgl. IV, Acten, Nr. 6, im Jahre 1461). 
 G0" Anfangs besteht die Zeche nur aus den Malern und Schil- 
tern. Die Letzteren waren, wie das in Anmerkung 207 theil- 
weise abgedruckte Document zeigt, zunächst Sattler, die Alles, 
was zur Ausrüstung des Pferdes gehört, sowie Schilde anfer- 
tigen, ferner aber auch Schildermaler. Etwa seit dem Jahre 1410 
(Anm. 52) treten zu den Malern und Schiltern auch die Glaser 
hinzu. In der Folge gehören der Zeche auch die Bildschnitzer, 
Goldschläger, Permeter (Pergamentmacher), llluminatoren, Buch- 
binder, Spiegler an. 
Dies entspricht dem Brauch in deutschen Städten. ln Augs- 
burg sind die Maler, Glaser, Bildschnitzer und Goldschläger 
vereinigt. Die Strassburger Zunft zur Stelzen bestand aus den 
Schiltern, Malern, Sattlern, Glasern und Sarwetern oder Har- 
nischmachern (Rathserkenntniss von 1438). Mit diesen waren 
früher auch die Goldschmiede vereinigt gewesen, und zwar seit 
dem Jahre 1362 (1. Artikelbuch, Blatt 24). Diese aber hatten 
sich in der Folge wieder von den Malern und denen, so zu 
ihnen gehören, getrennt und besassen dann ihre besondere 
Zechstube. In der Zunft zur Stelzen aber werden neben den 
eben Genannten in den Jahren 1447 und 1456 auch die Bild- 
schneider, Armbruster, Goldschläger, Drucker, später auch die 
Buchbinder und Formschneider aufgeführt. In der Zunft zum 
Himmel in Basel waren die Maler, Glaser, Sattler und Scherer 
vereinigt, in Breslau, nach der Geschichte der dortigen Maler- 
lnnung von Alwin Schultz. Maler, Tischler oder Kastenmacher,
        

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