Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Person:
Pangerl, Matthias Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403282
ANMERKUNGEN. 
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tercium medium laneum continentem, ab omni censu, collecta sive berna 
seu cujuslibet alterius solucionis onere, ad vitae ipsius duntaxat tempora, 
de speciali nostra gracia, et certa sciencia, et auctoritate nostra regia 
Boemiae eximimus ac tenore praesencium graciosius libertamus; mandantes 
universis et singulis ofüciatis nostris in Karlstein, bernarum collectoribus, 
ceterisque ofhcialibus nostris quibuscunque, qui sint aut pro tempore fuerint, 
fidelibtis nostris" dilectis, quatenus a dicto Magistro Nicolao ratione dictae 
curiee nullos penitus census, bernas, seu alias quaslibet soluciones exigant 
aut requirant, prout gravenu nostrm indignationis otfensam diligunt evitare. 
Presencium etc. Per omnia ut supra. Per dominum de Koldicz. 
Johannes Eystedensis. 
Nicolaus Wurmser von Strassburg empfängt also im ersten Document 
das Recht zu testiren und frei über Grundbesitz und Habe zu verfügen, 
was den Fremden nicht zustand. in dem zweiten, ein Jahr später, wird ihm 
Freiheit von allen Abgaben für seinen Hof in Morin bei Karlstein verliehen. 
Er ist also ein kurz zuvor eingewanderter deutscher Meister. Man vergleiche 
über die Werke, die man ihm allenfalls muthmasslich zuschreiben kann, 
den Excurs "Notizen zur Geschichte der Malerei in Böhmen" (S. 44). 
Ferner ist hinsichtlich des Mistr Klauz aber auch die Anmerkung 68 zu 
berücksichtigen. 
370 S. Anmerkung 247. 
371 Junker Wenzel, Junker Peter, Junker Johann (genauer Hänslein). 
Ursprünglich standen nur P. Waczlaw und P. Janek darin, dann ward aber 
zu anderer Zeit, jedoch, wie es scheint, von demselben Schreiber der P. Petr 
nachgetragen, mit a als Verweiszeichen, dass Peter nämlich dem Hänslein 
voranzustellen sei. 
Sowohl Panicz als auch Junker kommen damals in Prag vor, aber 
unter denselben Endet man nach den Z. keinen Maler, auch keinen Bild- 
schnitzer und keinen Steinmetzen. Panicz oder Junker ist also wohl kaum 
als eigentlicher Familienname anzusehen, sondern als Spitzname oder als 
Standesbezeichnung. In Breslau kommt ein Hanus Jungherr (oder Junge- 
hannes, Johann Junker, auch blos Junckherre) seit 14m häufig, und zwar 
zuletzt 1470, unter den zwei Geschworenen der Malerzunft vor (A. Schultz, 
Urkundl. Geschichte der Breslauer Malerinnung, S. 23). Es liegt indessen 
kein Grund vor, ihn als identisch mit dem Panicz Janek des Prager Maler- 
buches anzusehen. Ferner ist fraglich, ob man diese drei Panicz mit den Junkern 
von Prag identiüciren darf, die Ende des vierzehnten oder Anfang des fünf- 
zehnten Jahrhunderts berühmte Künstler gewesen sind. Der Regensburger Werk- 
meister Matthäus Roritzer hat in seinem seltenen Werkchen „puechlein der 
Haien gerechtikait" (1486) sie als namhafte Theoretiker in der Baukunst 
citirt. Was er sage, habe er nicht aus sich selbst. sondern es sei schon 
zuvor "durch die alten der kunst Wissende und nemlichen die Jungherren 
von Prag" erklärt worden. In der herzoglichen Bibliothek zu Bernburg und 
in der Kunstsammlung der Universität Erlangen befinden sich Zeichnungen, und 
zwar figürliche Darstellungen, die, nach der Aufschrift eines Sammlers aus dem 
sechzehnten Jahrhundert, von den Junkern von Prag sein sollen. Sie tragen 
9-:
        

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