Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Person:
Pangerl, Matthias Woltmann, Alfred
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1401683
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403044
ANMERKUNGEN. 
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Namensbruder von ihm, um ihn von demselben zu unterscheiden, ausdrück- 
lich als Glaser bezeichnet wird. Ein zweites Mal wird Simon von der blauen 
Rose in unserem Malerbuche nicht genannt; da aber Simon in Eechischer 
Koseform auch Sich lautet, so ist er wohl mit dem Ssycha von 1445 
(Zechacten, 3) identisch. Nebenbei mag auch bemerkt sein, dass Z. ll. 290, 
289 und 220 einen Simon pictor in der Zeit 1382-1396 kennen. 
54 S. Anmerkung 68. 
57' Der Zuname kennzeichnet ihn zweifellos als Öechen. Um so un- 
gewisser ist sein Handwerk. Sowohl das. Verzeichniss der Zechmitglieder  
als auch die Acten der Zeche (3, zum Jahre 1445) führen uns den Mann vor, 
allein hier wie dort wird weder sein Handwerk genannt, noch werden auch 
Anhaltspunkte zu dessen Bestimmung geboten. Uebrigens kann sich der 
Jacobus Peczka im Verzeichnisse der Zechrnitglieder nur auf einen älteren 
dieses Namens beziehen. Vergleiche Anmerkung 36x. Er mag aber doch ein 
Maler gewesen sein, denn Z. I. 105 nennen uns r433 in der Altstadt 
(Nr. 343) einen Jacobus pictor wohnhaft, welcher also wenigstens zeitlich 
dem obigen nahe steht. 
56 Kaurim, eine östlich von Prag gelegene Stadt. Weil er in diesem 
Buche nicht wieder also genannt wird, so können wir auch von seinem 
Handwerk nichts Bestimmtes sagen. Z. l. 262 haben 14.33 in der Altstadt 
einen Nicolaus pictor und lll. xo auf der Kleinseite Prags einen Nicolaus 
pictor clomini regis, 14.59, also einen Hofmaler K. Georg's von Podiebrad, 
twelche demnach zeitlich mit unserem Nicolaus von Kaurinu zusammenfielen; 
allein der Schluss, dass sie mit demselben identisch sind, darf dennoch 
nicht gewagt, sondern blos auf die Möglichkeit des Falles hingewiesen 
werden. 
37 Broiek ist die Koseform von Ambroi (Ambrositis), Hanusch unser 
eechisirter Hans. Ein Hanusch Broiek kommt allerdings in unserem Maler- 
buch nicht wieder vor und sonst ist zu berücksichtigen, dass der Schreiber zuerst 
Hanussek a (und) Brozek geschrieben, dann aber das a getilgt hat. Er hat 
also offenbar zuerst zwei Personen gemeint und darauf erst das a wieder 
getilgt. Nun hätte er aber vielleicht noch richtiger Brozek l-lanussek schreiben 
sollen, denn in den Acten der Zeche (S) erscheint 1445 ein Ambrosius filius 
Johannis Nigri als magister senior, 1452 ein Maler Brozek, Bürger der Alt- 
stadt Prag  1460 ein Brozko (5, hier offenbar als Schild-, richtiger 
XVappeilmaler) und 14.65 ein Brozzek oder Ambrosius pictor  welche uns 
für eine und. dieselbe Persönlichkeit gelten. Hanusch Brozek wäre also dar- 
nach eigentlich Ambrosius, ein Sohn des schwarzen Hans (oder Hansens 
Schwarz) und den Malern beizuzählen. Dieser schwarze Hans erscheint aber 
in unserem Malerbuche dreimal: Yan Gzerny (in der zweiten Rubrik), als 
Jenyek moler in der dritten Rubrik  und als Janek Czrny unter den ver- 
storbenen Zechmitgliedern  Er wohnte auf der Kleinseite Prags, wie 
auch aus Z. IlI. 83 hervorgeht, wo 1414 und 14.15 Johannes pictor Niger 
auch als Weingartenbesitzer erscheint. Für seine eechische Nationalität 
spricht der Zuname Czerny (Schwarz), allein es muss hier auch erwogen 
werden, dass Namen ebenso gut öechisirt wie latinisirt worden sind und
        

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