Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404669
WILHELM VON WORMS UND GRÜNEXVALT, 
BEEDE PLATTNER. 
aus erster oder aus zweiter Ehe war, bleibt dahingestellt, der Mann 
war jedenfalls ein dem Handwerk der Plattner oder im Allgemeinen 
der Schmide Angehöriger und nicht mit einem gleichnamigen Färber 
zu verwechseln, der auch eine Margareth, aber Hanns Apels Tochter, 
zur Frau hatte. 
Als letzte Grünewaltsche Tochter erscheint Cordula Hannsen 
Krebs eheliche Wirtin, die mit Wissen und Willen desselben am 
Montag 31. Juli 1508 vor Jorgen Coler und Mathesen Melber, als 
gebetenen Zeugen, die Eigenschaft und Eigenzins aus dem Eckhaus, 
gegen Frau Margareth Jobst Tetzels seligen Haus über und hinten 
an Dr. Hartmann Schedels Haus stossend, was jetzo Hannsen Heussen 
Erb ist, und jährlich zinst 3 f. Stadtwährung und 4 f. rh., welche 
Eigenschaft ihr, der Cordula, von ihrem Vater Hanns Grünewaltl 
seligen in der Theilttng mit ihren Geschwistern angefallen sei, ver- 
kauft an Endres Rössner um 170 f. rh., wofür sie quittirt. Der 
Gerichtsbrief vom 13. Sept. wurde von Jacob Groland und Caspar 
Nützel bezeugt. Man sieht, dass das Haus S. 537 (Dr. Hartman 
Schedel) damals an S. 559 (Hanns Heuss) unmittelbar anstiess und 
dass das dazwischenstehende 538 späterer Entstehung ist. Ueber 
Cordula und ihren Mann gebricht es an näherem Ausweis. Eine 
Tochter Hanns Grünewalfs war sie gewiss. 
Nach diesen allen tritt auch noch Christoff Grünewalt, ein 
Sohn des alten Meisters, auf. Er hatte Wilhelm von Worms hinter 
seinem Rücken und ohne seine Verursachung gegen das Handwerk 
der Plattner zu Würzburg öffentlich geschmäht und gesagt, wie ihn 
Wilhelm beschissen habe. Meister Wilhelm hievon in Kenntniss 
gesetzt, schrieb desswegen an das Handwerk, und die Sache kam 
dahin, dass Grünewalt von Meister und Gesellen des Plattnerhand- 
werks zu Würzburg mit Entsetzttng des Plandwerlts angetastet (be- 
droht) xvurde, wesshalb er sich nach Nürnberg verfügte und durch 
Hannsen Maier, Cunzen Keser, beide Plattner, Mathes Knielein, 
Panzermacher, und Hannsen Ponacker, Sattler, alle Bürger zu Nürn- 
berg, dem mehrgenannten Wilhelm anzeigen liess, wie er solche 
Worte, als sollt er ihn beschissen haben, aus unbedachtem und 
Hweinigem" Grund gesagt habe, daran er sich doch geirrt, denn 
Meister Wilhelm habe sich um Alles das er mitihm um Hannsen 
Grünewalfs, seines Vaters seligen, verlassne Hab und Güter, und 
auch um Alles, das er bisher mit ihm zu handeln habe gehabt, 
aufrecht und redlich gehalten und ohne einigen Betrug mit ihm 
gehandelt, wollt ihn auch der angezognen Schmähred gegen das 
Plattnerhandwerk zu Würzburg aus unbedachtem und Hweinigem" 
Gemüth geredt und gegen Männiglich entschuldigt haben. Meister 
Wilhelm liess sich an dieser_Entschuldigung genügen, verlangte 
aber, dass er sie vor dem Handwerk zu Würzburg auch thue, und 
weil Heinrich von Worms, Plattner und Bürger zu Würzburg, aus 
brüderlicher Lieb und Treu seinem Bruder in solchen Schmähreden 
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