Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404654
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WILHELM VON WORMS UND GRÜNEWALT, 
BEEDE PLATTNER. 
wie seiner andern Töchter einer, und nicht minder eher mehr, 
doch dass er ihm darum sollte helfen, seine Kinder nähren und 
erziehen, auf gleiche Darlegung, bis in seinen Tod, und dass dage- 
gen der Vater dem Sohne zu ihr zu Heiratsgut geben sollte 50 f. 
Der am Freitag den 26. März 1501 gegebene Gerichtsbrief wurde 
von Endres Tucher und Sebald Scbürstab bezeugt. Der Vater Wil- 
helms, Hanns von Worms, der mit Anna, seiner ehlichen Wirtin 
am 28. Juni 1501 genannt wird (Lit. 17, fol. 93), war also damals 
noch am Leben und persönlich zugegen, mag sich aber, nach der 
geringen Stimme, die er seinem Sohne zu Heiratgtit gab, nicht in 
Verhältnissen wie Grünewalt befunden haben. NVo das Haus gelegen, 
wird sich später, als es Wilhelm verlaaufte, ergeben. Nun kommt 
auch das frühere Haus, das Grünewalt gehabt hatte, wieder zum 
Vorschein. Margareth Grünewaltin, Hannsen Meckenlohers eheliche 
Hausfrau, gab mit X7erwilligung desselben, an Eritag '51. Aug. 1507 
vor Jorg Coler und Hannsen Jinoden, als erbetenen Zeugen, Wil- 
helm von Worms, dem Plattner, zu- kaufen die Erbschaft an ihrer 
läckbehatistmg in St. Sebalds Pfarr am Plattenmarltt, YOFÜCYI gegen 
Mitternacht und dem Brunnen gegenüber, und gegen den Aufgang 
der Sonne an Linhart Gundelliilgers Haus gelegen, und hinten an 
Jacob Welsers Haus und St. Sebaltls Kirchhof stossend, mit allen 
ihren Rechten, und sonderlich mit dem Feuerrecht der Schmidesse 
im untern Gaden zunächst an der Ilausthür, auf die linke Hand 
des Eingangs dieses Hauses stehend, wie das alles Hanns Grünewalt, 
ihr Vater, besessen, inne gehabt, genutzt und genossen hat, um 
185 f. rh., die er bar ausgerichtet hat. Hierzu gab auch Frau 
Walburg Hrn Georg Holzschuhers eheliche Wirtin, der die Eigen- 
schaft mit 20 f. Stadtxitährting zustand, ihre Einwilligung, und der 
Gerichtsbrief wurde unter Zeugniss von Jacob Muffel und Michel 
Behaim dem jüngern ausgefertigt am Montag Lucie (13.Dec.) 1507. 
Nicht leicht kann ein Haus deutlicher  bezeichnet sein als dieses 
hier. Der Brunnen, gerade vor dem Hause stehend, seit Jahren in 
einen Pumpbrtinnen LlfDgCWüfldClt, bekannt als einer der ausgiebigsten 
und unter die mit dem besten Wasser versehenen gehörig, wurde 
in alter Zeit von den Plattnern alljährlich am x. Mai geschmückt, 
was jetzt freilich schon längst nicht mehr geschieht, so wie auch 
der Gegenwart der Namen des Platzes abhanden gekommen ist, 
was auch sehr natürlich ist, da das Plattnerhandwerk ganz aufge- 
hört hat und die Anwohner des Platzes ganz anderen Thätigkeiten 
obliegen. Die Lage an St. Sebalds Kirchhof macht es erklärlich, 
wie Anna Grüneiraltin 14,72 in die Rauferei der beiden Jungen, 
deren einer ihr eigener Sohn, mit thätlicher Theilnahme eingreifen 
konnte, und die Nachbarschaft Lienhard Gundelfingefs in S. 546, 
so wie Jacob Welser's in S. 548, der jetzigen Apotheke „zur gol- 
denen Kugel", constatiren das Haus S. 545 ganz tinwiderleglich. Ob 
die verkaufende Margareth Meckenloherin eine Tochter Grünewalfs
        

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