Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404442
SEBASTIAN LINDENAST, 
KUPFERSCHMID. 
39 
dem Scharfrennen dienstlich zu Vcrgultien". Als Kaiser Friedrich 
1487 in Nürnberg war, stellte er ein solches Ansuchen, aber am 
Samstag 31. Merz, in Niklas Grolands und Ulmann Stromers Frage, 
wurde den Losungherren (damals Ruprecht I-Ialler und Niklas Gross) 
aufgetragen: „Unserm allergnädigsten Herrn, dem römischen Kaiser, 
eines Raths Beschwerde und Sorgfältigkeit (Besorgniss), mit der 
messen (messingenen) Ketten, die seine Majestät vermeint machen 
und vergulden zu lassen, zu eröffnen und seine Gnade zu bitten, 
von solchem Vorhaben abzustehen." Doch kommen später einige 
Fälle vor, wo man Das, was man dem höchsten weltlichen Haupte 
der (ihristenheit  und das war Kaiser Friedrich doch immer, 
selbst in seiner damaligen Bedrängniss  abzulehnen gewagt hatte, 
andern Filrsten und Herren gewährte. So wurde 1493 am Dinstag 
27. Nov. in Anthoni Tuchers und Marquartl Mendcls Frage, Herrn 
Georgen von Stein vergönnt, ein zur Astronomie dienendes Instru- 
ment, genannt Astrolabium, hie von einem Goldschmid verguldeu 
zu lassen, ttnangesehen dass Das wider die Ordnung der Gold- 
schrnide ist. Selbstverstäutilich 11'211" das Instrument selbst von Mes- 
sing. Dann wurde am Donnerstag 14. ltlärz 1493, in Ulrich Grund- 
herrn und Martin Geuders Frage, etlichen Goldschmiden vergönnt, 
einem von Bünau etliche messene Rosen und Sterne, „in ein Stuben 
oben an der Dill (Diele) dienstlich oder zierend" zu vergulden. Aber 
Unberechtigte und Unbefugte wies man zur Ordnung. Am Mittwoch 
10. Jan. 1498, in Ulman Stromers und Hanns Rieters Frage, wurde 
einem Krämer, der ltupferne und verguldetc Ringe hie (auf der 
Neujahrsmesse) feil gehabt hatte, gesagt, dass er solche Abenteuer 
nicht mehr herbringe oder sie feil habe, sonst werde der Rath nach 
Laut ihrer Gesetze darein sehen. Dann wurde am Freitag 23. Juni 
1498, in Peter Harsdoriliers und Hanns Rieters Frage, den (iold- 
schmiden vergönnt, Herrn Priedrichen von Sachsen, Herzog Albrechts 
Sohn, der ein Hochmeister deutschen Ordens in Preussen wortlen, 
zu seinem Einreiten etliche ltupferne Knöpfe zu vcrgulden und zu 
bereiten. Noch am Dinstag z. Mai 1503, in Paulus Volekamers 
und Jeronymus flolzschuhers Frage, wurde beschlossen, das Gesetz 
mit dem verguldten Messing bleiben (bestehen) zu lassen, und damit 
die Leute gewarnt werden, es auf den nächsten Sonntag wieder ver- 
rufen zu lassen auch sollen die geschwornen Goldschmide die mit 
dem verguldeten Messing warnen, und wo sie es darüber (dennoch) 
feil haben, ihnen dasselbe nehmen. Vielleicht war eine bereits auf- 
fällig gewordene Uebertretung des Gesetzes eingetreten, der man 
jetzt ernstlich Einhalt zu thun sich vermüssigt sah. Denn die bisher 
gestatteten Ausnahmen waren nur zu Gunsten der Goldschmiede ge- 
macht worden, mittlerweile aber hatte sich in Sebastian Lindenast 
ein Mann hervorgethan, der nicht zu den Goldschmieden gehörte, 
aber in derselben Weise wie früher Hanns Lindenast ihnen bedenk- 
liche Concurrenz machte.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.