Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404372
HERMANN VISCHER. 
ROTHSCHMID. 
mit Tod abging, zog er Kunst halb auf seinen eigenen Kosten 
gen Rom und bracht viel künstliche Ding, die er aufgerissen 
und gemacht hat, mit, Welches seinem alten Vater Wolgeiiel 
und seinen Brüdern zu grosser Uebung kam. Er ist in seinen 
besten Tagen bei Nachts unter einem Schlitten elendiglich und 
erbärmlich umkommen.  
Hierzu fügt Heller: Nachts 154.0, da er eben in Begleitung 
seines vertrauten Freundes, des Malers Wolfgang Traut nach Hause 
gehen wollte. Wie unrichtig dieses Jahr ist, hat man schon daraus 
sehen können, dass er schon bei dem mit den Fuggern über das 
Gitter geschlossenen Vertrag, also im Todesjahr des Vaters, und 
wenigstens zehn Jahre vor demselben als weiland, d. h. gestorben 
genannt wird. Die Vermuthungen, wodurch ihm Arbeiten zuge- 
schrieben werden, die einer spätern Zeit angehören, fallen hiermit 
von selbst zusammen. Dagegen mag er an dem Sebaldttsgrabmal 
Heissig mitgearbeitet haben und der Apostel Bartholomäus, wie die 
Sage will, von ihm allein gefertigt sein. Ueber die Art seines Todes 
ist auch Neudörfer der einzige Gewäbrsmann. 
Schon am Freitag 18. Nov. 1513 kommt dieser Hermann 
Vischer als mit Ursula, Arnold Mags hinterlassner Tochter, veiß 
heiratet vor. Dieser Arnold Mag war ein im Dienste eines Nieder- 
länder Hauses, der Gesellschaft Fuchsjäger in Gent, als Faetor in 
Nürnberg anwesender, und allmählig hier ins Burgerrecht einge- 
tretener nicht tinvermöglicher Kaufmann, der sich 1495 ein Haus 
am Sand, in welcher Gegend auch Peter Vischer gewohnt hatte, 
kaufte und noch vor dem Verkauf desselben Hauses, wobei seine 
Tochter Ursula, als Hermann Vischefs Ehefrau, genannt wird, ge- 
storben war. Vielleicht mag naehbarliche Kinderfreundschaft zur 
nachherigen ehelichen Verbindung veranlasst haben. Hermann Vi- 
scher kaufte dann ein Haus auf Lorenzer Seite, dem sogenannten 
Steig, jetzt Kornmarkt oder Schrannenplatz oder auch Hopfenmarkr 
genannt, das man vielleicht als L. 980 bezeichnen darf. Es war 
von den Relicten des Steinmetzen Jakob Grimm, der die erste 
steinerne Brücke (1457) zu Nürnberg und den Chor in St. Loren- 
zenkirche gebaut hatte, an Hanns Rot, Eidam des jüngern Hanns 
Behaim, des Landbaumeisters (1512) verkauft worden und ging durch 
Kauf an Hermann Vischer über, so dass die Urkunde am z, Jan. 
1516 ausgefertigt wurde, die eigentliche Besitzergreifung wol schon 
in 1515 fällt. Aber schon am 11. Fbr. 1517 erscheint Ursula, 
Hermann Vischer's nachgelassene Tochter, unter Vormundschaft 
Peter Vischer's des ältern, ihres väterlichen Anherrn, und Jakob 
Ammans, des Stadtschreiners, so dass in die kurze Zeit von wenig 
mehr als einem Jahr der Tod der beiden Eltern, und zwar, vor- 
ausgesetzt dass Neudörfer hier correct ist, zuerst der Tod der
        

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