Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404350
PETER VISCHER DER 
ÄLTER, 
ROTHSCHMID. 
lingischen Chronik steht, allein die Unrichtigkeiten derselben in 
andern Dingen machen es unmöglich, dieselbe anders als aushilfs- 
weise als Autorität zu betrachten. 
In Rettbergs Kunstleben sind, nachdem, von pag. 149 an, 
das Sebaldusgrab besprochen ist, auch andere auswärts zu findende 
Werke Vischer's angegeben, welches Verzeichniss, wenn das im Ein- 
gang angedeutete, Peter Vischer zum ausschliesslichen Gegenstand 
machende Werk erscheinen wird, nach Allem noch bereichert und 
erweitert werden wird. Dass er im Jahre 1520 unter die Genannten 
des grössern Raths gewählt wurde, mag allerdings als eine Aner- 
kennung betrachtet werden, wenn es aber irgendwo heisst: die 
Dankbarkeit seiner Mitbürger wählte ihn u. s. w., so liegt in dieser 
Formulirttng eine grobe Unkenntniss der städtischen Verhältnisse, 
die, was aus modernen Anschauungen entspringt, ganz falsch auf- 
gefasst werden. Die ftinf Wähler, die alljährlich an Ostern den 
kleinen und den grossen Rath zu wählen resp. zu ergänzen, die 
durch Todesfall oder sonst wie entstandenen Lücken auszufüllen 
hatten, konnten sich mit solchen Sentimentalitäts- oder Höflich- 
keitsrüeksichten nicht befassen, sondern vollzogen ihr Geschäft ohne 
weitere Rücksicht, als ob der zu cooptirende ein Hausbesitzer und 
gut beleumtnadet war. Das reichte hin. 
Neudörfer erwähnt noch zwei in Nürnberg anzutreffende Werke 
Peter Vischefs, das eine, den Brunnen in der Herren Schiessgraben, 
gegenwärtig der städtischen Kunstsammlung einverleibt, rorstellend 
einen nackten Jüngling, der im Fortschreiten begriffen den Bogen 
spannt, 21], Fuss hoch. Das andere ist das sogen. Fuggerische 
Gitter, das bei der Llebernahme der Stadt Nürnberg durch Baiern 
um den Metallwerth verkauft und seitdem verschwunden ist. Ulrich 
der alte, Georg und Jacob die Fugger, Gebt-Lider, hatten bei Peter 
Vischer das Gitter für ihre Capelle im Frauenbrüderkloster zu 
Augsburg angedingt und ihm 1437 f. 11 Schill. S Haller schon 
daran und darauf bezahlt. Da aber sowol zwischen diesen ebenge- 
nannten Fuggern als auch ihren Elrben, Raymund, Anton und Jero- 
nirnus den Fuggern, Gebrüdern und Vettern , und dem Meister Peter 
Vischer Irrung entstanden war, indem die genannten Fugger meinten, 
das Gitter wäre nicht in der bedungenen Weise gearbeitet worden, 
so wurde noch im Todesjuhr des am 7. Jan. 1529 gestorbenen 
Meisters mit seinen Erben ein gütlicher Vertrag am 2. Aug. ge- 
troffen, wodurch die Fugger sich aller Ansprüche auf das Gitter 
begaben und dasselbe den färben zu freier Ltngehinderter Verfügung 
überliessenr Bei dieser Gelegenheit wird Peter Vischeris seligen Ge- 
sammtfamilie aufgeführt, und z-srar ausser Caspar Menzinger, Jorg 
Wepler genannt Schüssler, und Jorg Reydlock, seinen Testaments- 
ausrichtern I. Hanns Vischer und Kungund Schweikerin seine Haus- 
frau, Jacob Vischer und Helena, seine Hausfrau, Paulus Vischer und 
Barbara seine flausfrati, Margareth Vischerin und Jorg Ringler, ihr
        

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