Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404336
PETER VISCHER DER ÄLTER, ROTHSCHMID. 
einem über dem Sarg zu errichtenden Baldachin (aedicttla) gefasst, 
da ein erst durch Heideloll bekannt gewordener und von diesem 
auf gut Glück dem Veit Stoss zugeschriebenen" Elntwurf, über den 
man sehe Rcttbergs Kunstleben p. 96, diese Jahrzahl trägt, aber 
es mögen sich der Ausführung wesentliche Schwierigkeiten entgegen- 
gestellt haben, so dass vor der Entdeckung dieses Risses oder Ent- 
wurfes kein Wort davon verlautete. Erst der im Sept. 1506 verübte 
Diebstahl, wodurch ,_,etlich Silber von dem Sarg", worin noch jetzt 
die Gebeine St. Sebaltfs bewahrt werden, abgebrochen und verkauft 
worden war, mag den Gedanken, da diese Lleberdachttng zugleich 
zum Schutz gegen Wiederholung des Frevels dienen sollte, entweder 
wieder hervorgerufen oder zum erstenmal angeregt haben. Daher 
traten am 14. Mai 1507 der Kirchenplleger Anton Tueher der 
ältere, Lazarus Holzschuher, Kirchenmeister zu St. Sebald, Peter 
Imhof der ältere, Sigmund Fürer und Sebald Eichreier zusammen, 
um durch Beiträge, wozu sie selbst mit gutem Beispiel vorangingen, 
die Geldmittel für ein Gehäuse „des heiligen Himmelsfürsteri St. Se- 
bald" zusammenzubringen. Die Arbeit selbst wurde dem bereits 
durch mehrere Arbeiten bekannten Rothschmitl Peter Vischer über! 
tragen, demselben '20 f. für den Centner fertiger Arbeit zugesagt 
und ihm schon am 7. Juni 1507 100 f. ausbezahlt. 
Kurz vor der zur ALlfSlICllUDg bestimmten Zeit sah sich der 
Kirchenpi-legel" Anton Tucher veranlasst, noch einmal am 17. März 
1519 die angesehensten Bürger zusammenzufortiern und ihnen den 
sich ergebenden Ausfall mit Bitte um läecltting desselben vorzulegen. 
Peter Vischer war bei dieser, nicht weniger als neunmal gedruckten, 
Ansprache selbst zugegen. Die noch fehlende Stimme wurde auf 
ungefähr 84.5 f. angeschlagen, kam auch bald zusammen. l)ie Auf- 
stellung fand statt am IQ. Juli 151g. Im Ganzen beliefen sich mit Ein- 
schluss des Metalls, das Conrad Rössner, der Messingschlager, gelie- 
fert hatte, die Kosten auf 3145 f. 16 Scbill. Den letzten Rest der Zah- 
lung (273 f.) bekam Vischer erst 1522. Dass an dem (iieldmangel die 
bereits in die Gemüther eingedrungene lutherische Lehre Ursache 
gewesen sei, ist eine eben so aus der Luft gegrilTene liitihiltiung 
als die von Döbner im "Christlichen Kunstblatt" 1866 n. 10-12 
dem Werke selbst aufgedrungeite specilisch evangelische Bedeutung. 
Luthers Name war damals erst im Begrifl bekannt zu werden, an 
einen Bruch mit der alten Kirche dachte damals noch Niemand, 
Luther selbst nicht, und wie er in die Stellung eines Agitators 
durch die Unkenntniss Roms über die Gesinnung Deutschlands und 
die ungeschickten Schritte seiner Widersacher hineingetrieben wurde, 
ist zu bekannt, um hier anders als blos im Vorbeigehen berührt zu 
werden. Döbner stützt sich darauf, es sei das (ianze aus dem Wahl- 
spruch des Meisters: „Vitam non mortem recogita", zu erklären, und 
vindicirt ihm, wenn auch einzelne Ausschmüclttingen von den Söhnen, 
deren er als seiner Gehilfen selbst gedenkt, herrühren mögen, den--
        

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