Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404322
durch den er in den Besitz eines gehörigen Raumes zu einer Giess- 
hütte gelangte, in unmittelbarer Beziehung zu der Unternehmung 
dieses denkwürdigen Werkes gestanden haben. Indessen wurde er 
schon am 26. Juli 1505, an Adam Behalters Statt zum Hauptmann 
im Barfüsserviertel bestellt, wohnte also damals schon am Katha- 
rinagraben. 
Es ist eine bekannte Sache, dass an der Förderung der Kunst- 
thätigkeit der Rath sich in der Regel gar nicht betheiligte oder 
allenfalls nur wie es ein Einzelner zu thun pflegt, und dass die 
grossen Kunstwerke, welche die Stadt noch zur Zeit besitzt und 
womit die Kirchen geschmückt sind, aus Privatmitteln hervorge- 
gangen sind, so das Sacramentsgehäuse zu St. Lorenzen von den Im- 
hofen, der englische (iruss ebendaselbst von den Tuchern, die schönen 
Glasgemälde der Kirchen von den einzelnen Geschlechtern, die durch 
ihre darin angebrachten Wappen das (ledächtniss ihres Geschlechts 
erhalten wollten, gestiftet worden sind. Dass der Rath in einzelnen 
Füllen, wo die Commune selbst in Anspruch genommen werden 
musste, z. B. bei Ausbesserung und Bemalung des Schönen Brunnens, 
auch das Seinige that, kann und darf nicht geleugnet werden, aber 
im Allgemeinen ist das Gesagte als Regel festzuhalten. Gingen ja 
selbst die kirchlichen Bauten nicht aus dem Stadtvermögen, der 
Losungsttibe, hervor, sondern aus dem Kirchenvermögen, das durch 
 einen Kirchenptleger und einen Kirchenmeister, von denen der 
erstere stets einer des Raths war, der andere auch tius nicht raths- 
fähigen aber ehrbaren Geschlechtern, genommen wurde, verwaltet 
ward. Am meisten ist unter diesen Sebald Schreier bekannt, der 
von 14.84. bis 1503 das liirchenmeisteramt zu St. Sebald bekleidete 
und durch ein grosses, theils ererbtes, theils erheiratetes Vermögen, 
kinderlos wie er war, seiner Neigung, sich an öffentlichen im 
Interesse der Religion, der Wissenschaft, der Kunst angeregten 
Schöpfungen mitwirkend zu betheiligen, ein Genüge thun konnte. 
Seiner Mitwirkung an Dr. Hartmann Schedel's Weltchronik ist die 
Förderung dieses denkwürdigen Werkes zuzuschreiben, der Bau des 
Lazareths zu St. Sebastian war bis 1509 seiner Leitung übertragen, 
bei der Besprechung über das Uhrwerk an der lirauenlgirche wird 
er genannt, das Grabmal an St. Sebaldscbor trägt vorzugsweise 
seinen Namen, und Conrad Celtis hat ihn in einer eigenen Ode 
gefeiert. So war es natürlich, wenn er auch unter denen genannt 
wird, welche für die Ausführung eines schon vor Jahren angeregten 
Grabdenkmals für den Schutzheiligen der Stadt, St. Sebald, zusam- 
mentraten. Man ist über diese Sache blos auf private Quellen, die 
aus den Aufzeichnungen von Laien sozusagen stammen, beschränkt 
und muss sich wol hüten, über das Thatsächliche und Wirkliche 
hinaus selbst erfundenen und ausgeheckten Möglichkeiten Raum zu 
geben, denn eine amtliche Aufzeichnung liegt durchaus nicht vor. 
Wahrscheinlich hatte man schon 14.88 den (Bedanken zu 
Quellenschriften f. Kunstgesch. X. 4
        

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