Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404276
PETER VIS CHER DER 
TER, 
ROTHSCHMID. 
achtetes Kunstwerk von seiner Hand bekannt und näher besprochen 
worden und Heller (1822), dann Lepsius, der Verfasser des vierten 
Heftes der Nürnbergischen Künstler (1829), haben diese Kenntnisse 
bedeutend erweitert, Döbner (in Meiningen) hat Peter Vischer mit 
ganz vorzüglicher Liebe erfasst und dem "Vernehmen nach ist von 
dem bedeutendsten Kunstschriftsteller der Renaissance eine Peter 
Vischer eben so behandelnde Arbeit zu erwarten, wie das Werk 
über Adam Kraft durch Professor Wanderer. Es liegt aber in der 
Natur der bürgerlichen Verhältnisse des kleinen Mittelstandes, dem 
diese als Künstler anzusehenden Handwerker alle angehören, dass 
ihr Haus und Familienleben sich der Beachtung nicht sowol absichtlich 
entzieht, als vielmehr einfach nicht beachtet wird. S0 geschieht 
es, dass die Sage sich dann und wann desselben bemächtigt, wie 
man das mit Kraft's Magdalena-Eva hat sehen können, und wie das 
auch bei Veit Stoss und Andern der Fall gewesen ist. Peter Vischcr 
war gCWlSSCTIDRSSCH glücklicher als die eben genannten, indem über 
seine häuslichen Verhältnisse, mit Ausnahme, dass seine 5 Söhne 
bekannt waren, eine fast gänzliche Unwissenheit herrschte, so dass 
weder Heller noch Lepsius etwas Näheres über seine Eltern beizu- 
bringen im Stande waren. Einen Schritt weiter that der um Nürn- 
bergs Specialgeschichte wolverdiente Dr. Mayer, kgl. Archivsecretär 
dahier, indem er in dem Aufsatz: der Rothschmid Peter Vischer der 
ältere etc., in Nürnbergs Sitten und Gebräuche, Abtheil. z. Heft 1. 
1835. 4. pag. 29 l-f. abgedruckt, zuerst den Vater als Herman Vischer 
Rothschmidt namhaft machte, der a. 1453 das Bürgerrecht erkaufte und 
1487 starb. Mayer verfolgt hierauf die künstlerische Thätigkeit des 
Vaters und dann des 1489 zum Meister, nachdem ihm schon am 
24.. Jan. 1488 vergönnt war, sein Meisterstück zu nuacheiu, mit 
vierteljähriger Frist zugelassenen Sohnes Peter bis zum J. 1506 und 
1507, in welchem letztern Jahre der Beschluss wegen des Sebalds 
Grabmals gefasst wurde. Eine Fortsetzung ist nie erfolgt. 
Eine Ergänzung dieser Familiennotizen ist folgende: Am 
Dinstag 29. Jan. 1488 erklärte Anna, Herman Vischers des Roth- 
schmids verlassene Wittwe, dass ihre Stief- und rechte Kinder (be- 
ziehungsweise der letzteren Vormünder) ihr für ihre Ansprüche 
29 f. rh. ausgezahlt haben, womit sie wolbegnügt ist und sich aller 
weiteren Ansprüche begiebt, ausgenommen desjenigen, was von Erb- 
fällen ihrer eigenen Kinder ihr zustehen würde. Zeugen waren dabei: 
Niklas Köler, Endres von Watt und Sebald Schreier. Am Mittwoch 
30. Jan. erklärten hierauf Peter Vischer, Rothschmid,_und Martha, 
Peter Mülichs eheliche Wirtin, an einem, Hanns Gerstner und 
Hanns Gutbier, als Vormunde Bartholomes, Hännsleins und Ender- 
leins, Herman Vischers seligen Kinder mit seiner letzten (zweiten) 
Wirtin geboren, ihnen von den Obersten Vormunden dazu gesetzt, 
am andern Theil, dass sie sich über den ganzen Nachlass Herman 
Vischers seligen dahin geeinigt und vertragen haben, dass Peter
        

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