Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404234
ADAM KRAFT, STEINMETZ. 
einem Raufhandel mit andern Schlössern, worunter der als Erfinder 
der sog. Nürnberger Eier bekannte Peter Hcnlein am meisten be- 
theiligt erscheint, erschlagen worden war, gegen die Thäter klag- 
bar auftrat. 
Eine gleiche Bewandtniss bezüglich der Lebensstellung hat es 
auch mit Heinrich Marschalk, der, wo sich sein Name findet, dem 
Handwerkstande angehört haben muss. Ein Hanns Marschalk wird 
1549 ausdrücklich als Rothschmid bezeichnet. Ohne Zweifel ist er 
identisch mit dem in der Schuldverschreibung gegen Peter Imhof 
von 1505 genannten. Und da die Wittwe Adam Kraffs Barbara 
hiess, so wird es wol nicht zu gewagt erscheinen, auch in dem 
Meister Adam, der in diesem Brief von 1506 genannt ist, denselben 
zu finden, dem die unter seinem Namen bekannten Kunstwerke 
zugeschrieben werden. Die Erwähnung eines Mannes nur mit seinem 
Taufnannen und dem vorangesetzten Titel Meister oder nach Um- 
ständen Doctor ist gewöhnlich genug, um nicht im geringsten auf- 
zufallen. Immerhin kann Meister Adam auch ein anderer sein, 
als Kraft. 
4. Am Mittwoch 10. Jan. 1509 erschien Philipp Meisenheimer, 
als vollmächtiger Anwalt Peter lmhofs in Gericht und brachte vor: 
Meister Adam Kraft der Steinmetz habe sich zu einer Schuld von 
310 f. bekannt und ihm desshalb seine Behausung auf St. Jacobs 
Steig, in der Neuen Gasse, zwischen Conzen Hagen, Zimmermanns, 
und Hannsen Paurn, Bierbräuen, Hätisern gelegen, zu [lnterpfand 
eingesetzt, nachdem aber Adam Kraft Todes verschieden, und er 
seiner Summe nicht entrichtet sei, wäre seine Bitte, seinem Theil 
zu gemelter Behausung, als seinem Unterpfand, mit Execution zu 
verhelfen, er habe auch dazu Barbara, gemeltes Adam Krafts 
seligen Wittib, verkünden lassen, ob sie etwas dawider vorzubringen 
habe, dass sie das thäte. Darauf erschien sie in Gericht und brachte 
durch ihren Anwalt, Jakob Kopfmger, Procurator, vor: Sie wolle 
dem Peter Imhof an der Behausung um seine Summe, der Ver- 
pfändung halb, keine Verhinderung noch Eintrag thun, sondern er- 
gehen lassen, was Recht sei. Auf dieses bat Peter Imhofs Anwalt 
wieder wie vorher, seinem Theil zu der Behausung mit Execution 
zu verhelfen, was auch mit Urtel und Recht erkannt wurde. Darauf 
liess der Anwalt durch Sigmund Huber, den geschwornen Fron- 
boten am Plinztag (31. Mai) 150g einen Span aus der Behausung 
schneiden und sie als ein entspänt Gut öffentlich in Gericht auf- 
bieten und 14 Tage lang halten, und nach Verlauf dieser Zeit gab 
des Klägers Anwalt dieses entspänt Gut Ulrichen Trollung, dem 
geschwornen Unterkäufel Erbs und Eigens am Samstag 16. Juni 
um die Hauptsumme, auch die Gerichtskosten und Schäden, zu 
kaufen, nachdem sonst Niemand darum gekauft hatte, doch wenn 
dem gernelten Peter Imhof daran etwas abgehe, solle ihm seine 
Forderung gegen andere Adam Krafts I-lab und Güter vorbehalten
        

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