Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404201
ADAM KRAFT, 
STEIN METZ. 
das die Verkündigung, von welcher Neudörfer spricht. Immerhin 
mag auch jene an S. 1 ein Werk Adam Kraft's sein, aber S. r 
war nie das Haus Gabriel Brenners Da dieser aber erst 1507 das 
Haus kaufte, so mag wol der Verkäufer, Bruno Engel, das Kunst- 
werk veranlasst haben. 
Nachdem durch Prof. Wanderer alle Arbeiten Adam Kraffs, 
sowol von ihm selbst als aus seiner Werkstatt hervorgegangen, 
sowol hier oder auswärts noch vorhanden, sorgfältig zusammen- 
gestellt sind, deren freilich mehr sind als die von Neudörfer ange- 
führten, wie schon Heller solche übergangene aufgezeichnet hat, 
bleibt für diese Untersuchung nur Weniges zu bemerken übrig. 
Wegen des Materials, dessen sich der Meister bediente, hat Dr. 
Mayer gezeigt, dass eine von Sachverständigen angestellte Unter- 
suchung dasselbe als sehr feinen Sandstein erkannt hat, wodurch 
die Sage von einer künstlich bereiteten Mischung vernichtet ist. 
Von den in Andreas Imhof's Behausung gemachten Zierraten und 
Bildern (L. 367 und 368) ist nichts mehr zu sehen. Die in St. 
Sebalds Chor hinter dem Altar befindlichen Hochreliefs werden, 
wie sie nach Neudörfer schon seiner Zeit wenig beachtet wurden, 
auch von Prof. Wanderer gering geschätzt; eine neuere Anschauung 
spricht sie ihm geradezu ab und will sie, weil ein Pole dasselbe 
Zeichen daran entdeckt habe, welches Veit Stoss an seinen noch zu 
Krakau vorhandenen Arbeiten angebracht, diesem Meister zuschreiben, 
worüber zu streiten hier weder Ort noch Zeit wäre. Uebrigens hat 
das Abendmahl Christi, von dem allein Neudörfer redet, für die 
Stadt insofern einen geschichtlichen Werth, als die dreizehn Köpfe, 
Christus und seine Jünger, Porträtähnlichkeit haben sollen und der 
Typus derselben allerdings ein echt nürnbergischer ist. Brief und 
Siegel hat man freilich nicht darüber, aber Neudörfefs Zeugniss ist 
hierin wol nicht zu beanstanden. Zugleich muss das hier gegebene 
Verzeichniss, das nur zwölf Personen nennt, vervollständigt werden, 
der dreizehnte ist nicht genannt, es war der Rathschreiber Johann 
Wettmann, dem die Rolle des Judas zugetheilt worden sei, zu 
welcher sich kein anderer des Raths habe verstehen wollen. Bei 
Heller heisst er, wie auch sonst traditionell, Widmann, was aber 
falsch ist. Campe hat ihn übergangen. Das nächstfolgende Werk, 
das auch sonst bekannte Schreier-Landauerische Grabmal hat auch 
Dr. Mayer in seinem Kunstfretind genau beschrieben und in dem 
erklärenden Text zu den Bildwerken des Maximilians-Museums ist 
dieses hauptsächlich nach Mayer, dem hierin unbedingt zu glauben 
ist, ebenfalls geschehen. Der Vertrag der beiden Unternehmer ist 
interessant genug, um ihn in seinem Wortlaute wiederzugeben. Das 
kleine Hochrundbild an Hieronymus Paumgartpens Hause S. 599 
ist unstreitig echt, obgleich nichts als Neudörfefs Zeugniss dafür 
vorliegt, Paumgartner kaufte das Haus erst a. 1533, wer es also 
hat machen lassen, ist unbekannt, vielleicht Hieronymus Holfelder,
        

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