Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404170
AD A M KRAFT , 
STEINM ETZ. 
den Bildern daselbst. Dann hat er auch zuvor den schönen 
Oelberg auf dem Kirchhof in der Carthausen von Stein ge- 
macht, welchen Herr Peter Harsdörffer hat aufrichten lassen. 
Diess ist von gemeltem Adam Krafft in der Stadt Nürnberg, 
samt noch viel andern Kunststücken zu sehen. 
Wenn man erwägt, dass diese Aufzeichnungen Neudörfers 
das Einzige sind, woraus die Kenntniss der Späteren über eine so 
reiche Künstlernatur geschöpft wurde, und dass Neudörfer selbst 
ein etwa neunjähriger Knabe war, als Meister Adam starb, so wird 
man sich nicht wundern, wenn über die Persönlichkeit des alten 
Meisters unverbürgte Ueberlieferungen sich geltend gemacht und 
ihn fast zu etwas Mythischem umgewandelt haben. Dazu war es 
sehr förderlich, dass von amtlichen Notizen schon desswegen keine 
Rede sein kann, weil gerade seine bedeutendsten und nicht zu be- 
anstandenden Arbeiten, wie das Schreier-Landauerische Grabmal, 
das Sacramentshäuslein in St. Lorenzen Kirche, die sieben Stationen 
von der Stadt aus gen St. Johannis, im Auftrag und auf Kosten 
von Einzelnen gemacht wurden, und der Staat, d. h. die Stadt, 
Nürnberg gar nichts dazu that, als dass er sie geschehen liess. 
Diese Schwierigkeiten, welche einer Besprechung von Kraft's Lebens- 
verhältnissen entgegenstehen, hat schon der ungenannte Verfasser 
seines 1822 zu Nürnberg bei J. L. Schrag erschienenen Künstler- 
lebens erkannt und, in Erwähnung der früheren Versuche, etwas 
über Kraft Ausreichendes zu geben, im Eingang seiner Abhandlung, 
wo er pag. 9 in der Anmerkung auch die vorstehende Stelle Neu- 
dörfer's, wahrscheinlich aus demselben hier benutzten Codex, hat 
abdrucken lassen, eingehend ausgesprochen. Man muss hier gleich 
im Vorbeigehen bemerken, dass das Jahr i507, in welchem Kraft 
geheiratet haben soll, nach genauer Betrachtung der Handschrift 
als 1503 erkannt worden ist. Campe hat t490, vermuthlich aus 
willkürlicher Conjectur angenommen, Heller hat die Zahl ganz weg- 
gelassen, was am Ende das Beste war, da es aller Wahrscheinlich- 
keit zuwiderläuft, dass sich von der Verheiratung eines Stein- 
metzen ein so genaues und so formulirtes Datum erhalten haben 
sollte, da alle Daten aus jener Zeit in Hinweisung auf einen kirch- 
lichen Tag, hier etwa am Eritag vor Marine Geburt, nicht aber als 
Monatstage gegeben werden. Doch mag es drum sein, da ohnedies 
nichts oder allenfalls nicht viel darauf ankommt. Wichtiger ist ein 
zweiter Umstand, worin man mit dem Ungenannten nicht überein- 
stimmen kann, dem nämlich, dass Kraft schon 1462 an der Frauen- 
kirche gearbeitet habe. Auch Heller, dessen schon mehrmals er- 
wähnte Schrift ebenfalls 1822 erschien, stimmt mit dem Unge- 
nannten nicht überein. Gegenwärtig würde aller Grund zur Contro- 
verse wegfallen, da derjenige Meister Adam, an welchen Sebastian
        

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