Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1404092
HANNS 
BEHAIM DER ÄLTERJ 
STEINMETZ 
A UF 
DER PEUNT. 
hatte allerdings die Ueberwachting und Anordnung der vorzuneh- 
menden Arbeiten, aber die eigentliche Ausführung derselben hatte 
der Werkmeister zu besorgen, der wie hier Hanns Behaim in der 
Peunt, dem städtischen Bauhof, einem besonders abgeschlossenen 
geräumigen Hofe, seine Wohnung hatte und den Titel Anschicker 
in der Peunt führte. 
2- Näheres über die Aufgabe des städtischen Werkrneisters 
kann man in Endres Tuchefs Baumeisterbuch ersehen, das (862 
durch Dr. Lexer im Verlag des Literar. Vereins zu Stuttgart heraus- 
gegeben wurde. S. pag. 32. Auch Baader Beitr. 2, pag. 14. 
3- Die Zahl 1493 ist unrichtig, denn erst am 11. October 
1494. wurde der Bau des Kornhatises unter der Veste beschlossen 
und die alte Inschrift besagt: angefangen an sant. lien [harts tag 
in de. 1494. iar  vnd an sant. lienhartstag  in dem 95. iar. vol- 
pracht. Im Wolffischen Gedenkbuch, bei Schrag zu Nürnberg, ist 
eine genaue Abbildung der Inschrift und des Stadtwappens, zu dem 
sie gehört, gegeben. Das jetzt zur Kasernirung eines Theils der 
Garnison verwendete Gebäude ist auf der Stätte der durch den 
Pfleger von Lauf, Christoph Isaiminger, 14.20 niedergebrannten 
burggräfiichen Burg, dem Hcastellum minus" ostwärts von der 
kaiserlichen Veste, aufgeführt und führt, weil die auf derselben 
einkehrenden ehemaligen Kaiser ihre Pferde dort einstellten, den 
Namen Kaiserstallung.  Der Zeit nach geht der Bau des Korn- 
hauses auf der Veste dem des Kornhauses beim Zeughause voran, 
indem der Bau des letztgenannten erst 1498 beschlossen und erst 
nach dem Abbruch des alten oder innern Thores r499 angefangen 
wurde. Im Jahre 1572 wurde das Wag- oder Zollamt, bei zuneh- 
mender Ausdehnung des Handels und sich ergebender Unhinläng- 
lichkeit des älteren Waggebätides, hineinverlegt. Zwischen beide 
Bauten fällt die Aufführung dieser ältern Wage, gewöhnlich die 
kleine Wage oder auch Herren- oder Fronwage genannt, die eben- 
falls Hanns Behaim zu führen hatte, und die noch jetzt merkanti- 
lischen Bedürfnissen dient. Sie ist bekannt auch als Herrentrink- 
stube und Local der {498 errichteten, aber nach zehenjährigem 
Bestand wieder eingegangenen Poetön- und Philosophenschule. Das 
nach Abend schauende Thor ist durch Adam Kraffs launiges Kunst- 
werk geziert. Die obern Räume dienen jetzt zur Tuchnieclerlage. 
4- Durch die von 1616 bis 1620 fortgesetzte Umgestaltung 
des Rathhauses sind die Arbeiten Hanns Behaim's, die in 152i und 
und 1522 Helen, natürlich beseitigt, wenn nicht die im östlichen 
Theil zur Zeit bestehende Wendelstiege von ihm herrührt, vielleicht 
auch das Wappen an dem einen östlichen Eingang unter ihm an- 
gefertigt ist, und im Allgemeinen mochte er mit dem Ausdruck 
Flickwerk nicht Unrecht haben. 
 Da an den Mauern und Basteien der Stadt fortwährend 
gebaut wurde, auch- die Massregeln, den Fluss in den gehörigen
        

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