Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403984
JOHANN NEUDÖRFER UND SEINE NACHRICHTEN. 
XV 
Boden tritt und seine Nachrichten aus glaubwürdigen Quellen 
schöpft. Unstreitig macht die naive und unbeholfene Art, mit 
welcher Neudörfer seine Nachrichten gibt, den Eindruck eines 
unverfälschten, nicht von der Feinheit der Cultur geschminkten 
Berichts, allein dessenungeachtet kann er doch an einer ursprüng- 
lichen Mangelhaftigkeit leiden. Diese Naivetät ist nicht nur für 
löoppelmayr, sondern auch für seine Nachfolger ein irrelei- 
tender Führer gewesen. Will, der in den Münzbelustigungen 
wie in dem Gelehrten-Lexikon häufig über Künstler (Dürer, 
Hirschvogel, Neudörfer etc.) zu reden veranlasst wird, ist, mit 
aller Achtung vor seiner Polyhistorie sei es gesagt, am wenig- 
sten im Stande, sich von dem Respect, den er einer aner- 
kannten Autorität schuldig zu sein glaubt, frei zu machen, und 
obgleich er nur mittelbar zur Kunstgeschichte Einiges beige- 
tragen hat, so sind doch seine Beiträge immer nur mit Vor- 
behalt anzunehmen. Auch dem berühmten Chr. Gottl. von Murr 
hat Neudörfer, offenbar nur durch die Schmucklosigkeit seiner 
Schreibart, imponirt. Man sehe Murr's Beschreib. v. Nbg. 1801, 
p. 700 Wegen Hanns Meuschel, p. 702 wegen Hanns Bulmann. 
So war man, mit Zähigkeit an den alten Ueberlieferungeil fest- 
haltend, in das laufende Jahrhundert hereingekommen, ohne 
dass Jemand gewagt hätte, dieselben, das thcure Kleinod un- 
serer Ahnen, anzutasten. Eine alte Handschrift, an deren Un- 
umstösslichkeit die Väter geglaubt hatten, anzufechten  
anathema estol 
Der Erste, der in richtiger Erkenntniss der Bedeutung der 
Neudörferischen Nachrichten und mit einem gehörigen Apparat 
ausgerüstet an das Werk einer Herausgabe derselben ging, 
war der Bamberger Kunstfreund und Privatgelehrte Joseph 
Heller, der im Verein mit dem Bibliothekar Jäck 1822 bei Riegel 
und Wiesner zu Nürnberg Beiträge zur Kunst" und Literatur- 
geschichte herausgab, von denen aber nur das erste und zweite 
Heft, 
ZUSQITJITICH 
ein 
Bändchen 
ausmachend, 
erschien, 
worauf
        

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