Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406330
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NACHWORT 
DES I-IERAUSGEBERS. 
und hie und da einige berichtigende und ergänzende Personal- 
notizen beigefügt zu haben, ein Urtheil über Sandrarfs Werk 
gestatten, so würde er es für ein Werk erklären, das schon 
um des grossen Gedankens willen, eine Geschichte der Malerei, 
Bildhauerei und Baukunst, mit Aufstellung ihrer Grundgesetze 
und mit Anweisung, denselben nachzukommen, zu geben, aller 
Anerkennung würdig ist, dass es in einem edlen, von der 
Würde seines Gegenstandes ganz durchdrungenen Sinne ge- 
dacht und durch und durch so ausgeführt ist. Dass ihm 
Griechenland und Rom die Grundpfeiler aller Kunst zu sein 
scheinen, und dass er die altdeutsche oder wenn man will die 
gothische Schule so gut wie übersah, obgleich er die sich an 
Johann und Hubert van Eyk anlehnende niederländische Schule 
sehr wol würdigte, auch so die deutsche, von Wolgemut und 
Dürer angefangen, das ist nur in der Ordnung. Sein Werk 
wird immer ein bedeutendes bleiben, und wer darüber hinaus 
und weiter vorwärts geschritten zu sein glaubt, der möge sich 
immerhin dieses Glaubens getrösten, aber ohne Sandrarfs Vor- 
gang würde er, ohne es zu ahnen, schwerlich auf seinen Höhe- 
punkt gekommen sein. 
Um so mehr ist Gulden zu tadeln, von diesem Namen, 
der doch in Nürnberg gar nicht unbekannt war, auch ganz 
und gar Umgang genommen zu haben. Indessen es mag drum 
sein. Ob Doppelmayr seine, Gulden's, Aufzeichnungen gekannt 
und benutzt hat, möchte man bezweifeln; wenn er sie kannte, 
so mögen sie ihm zu dürftig erschienen sein, wie sie denn auch 
erst in Verbindung mit dem, was Doppelmayr gibt, etwas ge- 
haltreicher werden. Doch ist auch er nicht ohne alles Eigen- 
thümliche, wie bei Georg Schweigger, bei Hanns von der Pütt, 
bei der Schwanhartischen Familie, bei Andreas Leupold und 
sonst wol hie und da zu finden ist. 
Doppelmayr dagegen hat Sandrart reichlich benutzt, aber 
auch ihn dankbar zu erwähnen nicht unterlassen, und nur das 
könnte man ihm vorwerfen, dass er, ohne eine Ordnung ein- 
zuhalten, die bald kürzeren bald längeren Biographien in höchst 
willkürlicher Folge gibt, wofür freilich die unter dem Text 
stehenden Verweisungen und die sorgfältigen Register wieder 
entschädigen. Man wird dadurch zu der Vermuthung veranlasst,
        

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