Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406172
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LAURENZ ZICK, BEIND RECHSEL. 
halben sein Vaterland und ging nach Nürnberg, wo er als Zeug- 
leutnant angestellt wurde. Hier befasste er sich mit solchen fabel- 
haft lautenden Künsteleien, von denen er zum Theil selbst bei dem 
Buchdrucker Abrah. Wagemann eine Beschreibung drucken liess. 
Als das Non-plus-ultra seiner Geschicklichkeit bezeichnet Doppel- 
mayr ein Federmesser, das er 1606 dem damaligen Erzherzog Fer- 
dinand, nachherigem Kaiser, zum Geschenk machte, und das auf 
der Taf. V des Doppelmayfschen Buches abgebildet ist. Er starb 
den 26. Jan. 1630. 
Rettbg. Kstl. 183 bespricht ihn ebenfalls und sucht, ohne 
Zweifel mit gutem Fug, die von Einigen gehegte Meinung zu wider- 
legen, er sei identisch mit Bromig, dem Bildhauer des Wasser- 
speiers auf dem Neuenbau. 
LAURENZ 
ZI CK 
BEINDRECHSEL. 
Ist ein sehr künstlicher Arbeiter, geflammt, pastit, oblong 
und auf viel andere Art zu drehen, macht so subtile Ding, dass 
sich darüber zu verwundern. A0. 1643 ist er, die Rörn. kaiserl. 
Maj. Ferdinandum III. in diesen Künsten zu unterweisen, nach 
Wien erfordert worden, allda er sich am kaiserlichen Hof zwei 
Jahr lang aufgehalten. 
Doppelmayr gedenkt zuerst (297) seines Vaters Peter, der 
auch in gleicher Weise ausgezeichnet war und desshalb auch zu 
K. Rudolph nach Prag berufen wurde und geraume Zeit dort ver- 
weilte. Er starb 1630 und hinterliess drei Söhne, Peter, Lorenz 
und Christoph. Alle drei trieben das Geschäft des Vaters, Lorenz 
aber, den Doppelmayr ausführlich (299) bespricht, mag der bedeu- 
tendste gewesen sein. Geboren am 10. Aug. 1594, besuchte er 
mehrere Städte, erhielt von Kaiser Ferdinand den Titel eines Kam- 
merdrechslers, und starb zu Nürnberg den 18. Mai 1666. Sein 
Sohn Stephan, den Rettbg. Kstl. 186 neben dern Vater namhaft 
macht, verfertigte auch künstliche Augen, worüber Murr (Beschreib. 
v, Nürnberg 1801, p. 708) Weitläuftig berichtet. Er Verfertigte 
auch die Sogen. Dreifaltigkeitsringe aus Elfenbein, welche die Gold- 
Schmiede Johann Herz und Albrecht Götz 1670 aus Gold und Silber 
gemacht hatten. Stephan Zick starb 1715. In seinem Vetter David 
Zick (gest. 1777) erhielt sich diese Kunstfertigkeit. (A. a. O. 707M 
709.) Andere Künsteleien, welche zwar die ungemeine Geschick- 
lichkeit und Sinnreiehheit dieser Männer zeigen, aber ohne prakti- 
schen Nutzen bleiben, erwähnt Murr ebenfalls. Der Name Zick 
ist noch heute unter den Drechslern Nürnbergs vertreten.
        

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