Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406150
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DIE SCHWANHARDTISCHEN TÖCHTER. 
dass die Schriften erhoben geblieben. Der jüngere Sohn, Georg 
Schwanhardt, übt und treibt solche Kunst ebenmässig, ingleichen 
seine gewesene Magd Katharina, so er lang hernach geheiratet, 
hat diese Kunst von ihren domesticis (Hausgenossen) gelernet. 
Doppelrnayr (231) gibt 1601 als sein Geburtsjahr an und 
macht ausser seinem Vater Hanns Schwanhardt noch Philipp Walch, 
als seinen Lehrer irn Zeichnen, und Christoph Harrich im Bild- 
hauen, namhaft. Er habe sich dann 1618 nach Prag zu Caspar 
Lehmann, Edelstein-Schleifer K. Rudolplfs begeben, und habe nach 
Lehmanns Tod 1622 dessen Verlassenschaft nebst Privilegium von 
gedachtem Kaiser geerbt. (Da K. Rudolph 1612 starb, auch sein 
Bruder und Nachfolger Matthias schon 1619, so liegt hier ein 
arger Anachronismus vor, der aber den gelehrten Professor Doppel- 
mayr nicht anfocht.) Er übte dann seine Kunst in Nürnberg, und 
kam bei fürstlichen Personen, von denen Johann Philipp, Kurfürst 
zu Mainz und Bischof zu Würzburg, und Melchior Otto, Bischof 
zu Bamberg, besonders genannt werden, sehr in Gnaden. Auf K. 
FerdinancPs Begehren ging er a. 1652 nach Prag und dann nach 
Regensburg, allwo sich gedachter Kaiser im Diamant-Reissen von 
ihm informiren liess, ihn auch zu seinem Kunstfactor ernannte. Er 
starb den 3. April 1667, begraben nebst Susanna seiner Ehefrau, 
auf St. Johannis n. 14.84 mit Epitaph von Schweigger.  Von 
Heinrich Schwanhardt sagt Rettbg. Kstl. 181, dass er a. 1671 mit 
Flussspathsäure zu ätzen anfing. Der jüngere Georg Schwanhardt 
starb, nach Doppelmayr 234, am 4. Febr. 1676. Heinrich Schwan- 
hardt, der, nach Doppelm. 249. am 2. Oct. 1693 starb, wird a. a. 
Orte besprochen. 
DIE 
SCHWANHARDTISCI-IEN 
TÖCHTER. 
Sein Sohn, Heinrich Schwanhardt, hat nicht minder schöne 
Arbeit mit gutem Verstand gemacht, sonderlich aber ist er 
lateinische Schriften auf Italienische Art und Manier mit freu- 
digem Zugwerk in Glas zu schneiden sehr künstlich (bis hieher 
aus Campe). Zu verwundern aber ist, dass auch gcdachts Georg 
Schwanhardfs drei Töchter, als Frau Sophia, Caspar Paulusens, 
Goldarbeiters, Frau Susanna, vormals Georgen Marbach's, her- 
nach Johann Albrecht PimmePs, Juweliers, und Frau Maria, 
Johann Jacob Kern's, Bildhauers, ehliche Hausfrauen, im Glas- 
schneiden von schönen Blumen und Laubwerk so weit kommen, 
dass viele ausländische vornehme Herren nach ihrer Arbeit ge- 
strebt und dieselbe an sich erkauft haben.
        

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