Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406136
208 
GOTTFRIED LEIGEBE, EISENSCHNEIDER. 
hauser, aber erst, nach vollbrachtern Executions -Tag von dem 
Generalissimo, nachmals König in Schweden Carolo, mit hinweg 
geführet worden. Eben dieser Meister hat auch 3 Ehrensäulen, 
und darauf den König Gustav zu Ross, nach Nürnberg, Augs- 
burg und Ulm, machen sollen, so hernach verblieben. Hat sich 
von hier nach Cassel (Weil er alhie sehr liederlich gelebt) be- 
geben, in Gesellschaft eines Juweliers, aber in Armuth daselbst 
gestorben. 
Doppelmayr 224. erwähnt seiner kürzlich, doch so, dass er 
diese Aufzeichnung vor sich gehabt haben mag, und setzt seinen 
Wegzug von Nürnberg, wie auch Carnpe thut, in 1650. Rettbg. 
Kstl. 185, macht ihn zu einem Schüler Heinrich Reitz des jüngern 
von dem er (Rettbg) ausserdem nichts sagt und dessen auch Dop- 
pelnuayr nicht gedenkt. 
GOTTFRIED 
LEIGEBE, 
EISENSCHNEIDER. 
Ein künstlicher Eisenschneider, hat neben mehr andern 
Dingen als Wehr, Kreuz, und dergleichen, auch aus einem 
Stück Eisen, welches über 29 Pfd. gewogen, die Röm. kaiserl. 
Majestät Leopoldum, zu Ross sitzend, und nachmals, aus einem 
andern Stück Eisenyüber 67 Pfd. schwer, die königl. Majestät 
in England Carolum II. unter dem Bilclniss des Ritters St. 
Georgen, zu Pferd, mit unter sich habendem siebenköpligen 
Drachen, an einem Stück, ganz frei herausgeschnitten und an 
jenem bei Jahr und Tagen, an diesem aber über zwei Jahr 
continuirlich gearbeitet. Item hat er ein ganzes Schachspiel von 
Eisen sehr künstlich verfertigt. Ist von hier an den Berlinischen 
Hof gekommen. 
Doppelmayr (237) widmet diesem Leigebe einen langen Ar- 
tikel. Er war 1630 zu Freistatt in Schlesien geboren, ging, um das 
Schwertfegen zu erlernen, a. 1645 nach Nürnberg, und verlegte 
sich idaselbst allgemach ausschliesslich auf das Eisenschneiden, worin 
er Degengefässe u. dgl. mit grosscr Kunst verfertigte. Ausführlich 
wird dann das Schachspiel, dessen weisse Figuren von Silber, die 
schwarzen von Eisen waren, besprochen, dann die Abbildung Kaiser 
Leopolds, und Carl's II. von England, Wovon jenes nach Kopenhagen, 
dieses nach Dresden kam. Er wurde a. 1668 zu dem Kurfürsten 
Friedrich Wilhelm berufen und zog mit Frau und vier Söhnen nach 
Berlin. Dort machte er, ebenfalls aus einem Klumpen Eisen, eine 
den Kurfürsten als Bellerophon im Kampf mir der Chimära dar-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.