Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406113
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GEORG SCHWEICKER, BILDHAUER. 
er nicht von Stein, sondern von Metall gemacht würde, ver- 
mittelst 2 alter Carthaunen. Vor 2 Jahren a. 1667 war ein 
Cavalier incognito hinaus zum Schweicker gekommen, ein junger 
Torstensohn, des General Torstensohn's Sohn, welcher sich ver- 
nehmen liess, was man für einen schönen Brunnen von der 
Schweden Geld machte? ob er ihn nicht sehen könnte? 
Man meldet, der alhie auf dem Executions-Tag gewesene 
König Carolus habe ein Angedenken, und zwar eine Rosssäule 
alhie aufrichten Wollen, weil ihm aber Solches wegen des Röm. 
Kaisers höflich benommen worden, ist man auf die Renovation 
des Brunnens gekommen, so zum Friedensgedächtniss mitten 
auf den Markt geführet werden sollte. Dazu dann der König 
ein ansehnliches Stück den Septemviris hinterlassen. 
Alle Bilder auf den Brunnen zu Augsburg und Salzburg 
haben Schweicker und Ritter auf ihrer zuvor lJCSChChCHCD Um- 
reise falsch befunden. 
Der Salzburger Brunnen ist zwar von rothem Marmor, 
aber dem Stein fehlt eben die Perfection, dass man ihn nicht 
wie das Metall formiren und überschneiden kann. Der Bischof 
hat das Stadtthor lassen aufheben, als man die grossen Marmor- 
blöcke dazu hereingebracht. 
 Den Werth der anekdotischen Bemerkungen, die vom König 
Carl Gustav beabsichtigte Reiterstatue und die auswärtigen beiden 
Brunnen betreffend, lässt man billig unberührt. Doppelmayr hat als 
seinen Vater Immanuel Schweicker oder Schweigger, wie sich die 
Familie noch gegenwärtig schreibt, angegeben. Dieser Immanuel, 
auch Bildhauer, war der älteste Sohn Salomon Schweiggefs, eines, 
a. 1551 zu Sulz im Würtetnbergischen geborenen (nach Nopitsch zu 
Haigerloch), besonders durch seine Reise in den Orient, und dann 
die Beschreibung derselben bekannten Geistlichen, zuletzt Prediger 
an U. Fr. Kirche dahier, wo er am 21. Juni 1622 starb und nach 
St. Rochus n. 134i begraben wurde. Von Susanna, einer gebor- 
nen Michaelis, aus Memmingen, hatte er mehrere Söhne, unter 
denen dieser Immanuel der älteste war. Dieser heiratete im Jan. 
1612 Margaretha, Jacob Hautschen Tochter und am 6. Apr. 1613 
kam Georg Schweigger zurWelt. Von seinem Vater empfing er die 
erste Anleitung, dann aber verband ihn die auf Grund gleicher Be- 
strebungen gegründete Freundschaft mit Christoph Ritter, der das 
Modell zu dem von Schweigger ausgeführten grossen Brunnen in 
Wachs im Kleinen poussirte, während Schweigger es in Erz aus- 
führte. Doppelmayr gibt auf Taf. IX. eine wohlgelungene Abbil-
        

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