Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406076
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MICHAEL HERR, MALER. 
JOHANN THOMAS FISCHER. 
MICHAEL 
HERR, 
MALER. 
War 
nung und 
ein Maler von sinnreicher Invention, guter Zeich- 
Ordinanz, machte auch viel schöne Conterfait. 
Doppelmayr sagt, er war den 13. Dec. 1591 zu Metzingen 
in Würternberg geboren, begab sich frühzeitig um Zeichnen und 
Malen zu lernen nach Nürnberg und ging dann nach Italien, wo 
er sich in Venedig und Rom weiter bildete. Nach Nürnberg 1620 
zurückgekehrt, malte er 1622 ein allegorisches Bild, die sieben freien 
Künste, nebst dem Mars und der Justiz, und übte dann in mannig- 
faltiger seine Kunstfertigkeit bewährender Weise dieselbe hier aus. 
Von ihm ist auch das auf St. Johanniskirchhof einem jungen Kauf- 
mann aus Lübeck, einzigem Sohn seiner Eltern, Johann Schlitter, 
der auf der Weiterreise nach Italien einige Stunden von hier 1646 
von Räubern ermordet wurde, gesetzte Monument. Nor. Chr. Freydh. 
p. 283. Rettb. Kstl. 1188 schreibt seinen Namen Heer, und seinen 
Geburtsort Mclsingen. Daselbst werden auch Arbeiten von ihm an- 
geführt. Er starb den 21. Jänner 1661. 
JOHANN 
TH OMAS 
FISCHER. 
Illuminiret, und zwar Alles mit der linken Hand, überaus 
fleissig und verständig, dass, was er macht, mit Lust anzu- 
sehen. Fürnehmlich aber ist er im Blumwerk, Tulipen, Rosen, 
Nelken u. s. w. nach dem Leben von Gummifarben zu malen, 
sehr gut, hat auch die Farben schön und lieblich zu präsen- 
tiren und zu mischen gute Wissenschaft. Seine Tochter, Anna 
Katharina Fischerin ist in dieser Kunst nicht weniger denn der 
Vater geübt und, im Malen natürlicher Blumen so weit kommen, 
dass man zwischen ihrer und des Vaters Arbeit wenig Unter- 
schied spüren mag, wie sie denn solcher Kunst halben an den 
Fürstl. Sächsischen Hof nach Halle berufen worden, allwo sie 
sich nunmehro mit Benjamin Block, einem fürtrefflichen Maler, 
verheiratet. Er starb a. 1685 den 16. Oct. 
Doppelmayr hat beide Personen, aber getrennt, den Vater 
p. 240, von dem er den 21. Dec. 1603 als Geburtstag angibt, 
übrigens nur etwas anders stylisirt dasselbe angibt, was oben zu 
lesen, die Tochter p. 272, deren Uebersiedlung nach Halle er ins 
J. 1660 und ihren zu Regensburg, wohin sie sich zuletzt mit ihrem 
Manne begab, erfolgten Tod ins J. 1709 setzt.  Rettb. Kstl. hat 
beide ignorirt.
        

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