Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1406052
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'AULUS UND FRU 
DRICI 
ENEL 
Friedrich Juvenell, der Sohn, hat den Vater in der Per- 
spectiv zwar nachgefolgt, ist aber demselben nicht gleich worden. 
Gemelter Paulus Juvenell hat auch eine Tochter gehabt, 
Esther Juvenellin, welche ebenmässig feine perspectivische 
Sachen gemacht, von welcher Hand ich ein Täfelein habe mit 
einem Saal. 
Doppelmayr nennt 1. Nicolaus Juvenell, der aus den Nieder- 
landen nach Nürnberg zog, wo er sich Zuerst auf das Glasmalen, 
dann auf das Porträtiren mit Oelfarbcn, zuletzt aber auf das Per- 
spectivmalen von Tempeln und Kirchen verlegte. Er starb den 
1. Aug. 1597. 2. Paulus Juvenell, dessen Sohn, geboren zu Nürn- 
berg a. 1579, erst von seinem Vater unterrichtet, dann von Adam 
Elzheimer, einem berühmten Frankfurtischen Maler. Er malte a. 
1609 die Taufe Christi im Jordan, dann den Plafond in einem 
Zimmer des Rathhauses (dem jetzigen sogenannten kleinen Saal) 
auch auf dem Gemäuer zu malen war er trefflich geübt, auch als 
Copist Dürerischer Tafeln sehr glücklich, so namentlich zu Frank- 
furt a. M. in dem Prediger-Kloster eine Dürerische Altar-Tafel, Mariä 
Himmelfahrt vorstellend, (s. hierüber Thausings Dürens Briefe etc., 
p. 196, 197). Er ging 1638 nach Wien und von da nach PreSSburg, 
wo er a. 1643 starb. 3. Johann Juvenell, auch des Paulus Sohn und 
Schüler, der mit seinem Vater a. 1638 Nürnberg verliess und nach 
Ungarn ging, wo er starb. 4. die Tochter Esther Juvenellin, die 
ebenfalls mit dem Vater nach Ungarn ging und daselbst starb. 
5. Friedrich Juvenell, geb. 1609, auch Sohn und Schüler des Pau- 
lus, von dem aus a. 1633 ein Gemälde, wie Christus mit den Jün- 
gern nach Emaus geht, und dessen perspectivische Bilder (was man 
jetzt architektonische Malerei nennen würde) angeführt werden. Er . 
starb den 2. März 1647. 6. Johann Phillipp Juvenell, auch Sohn 
und Schüler des Paulus. Als eine Probe seiner Kunst wird aus a. 
1645 die Darstellung des Innern einer Kirche angeführt. Er ging 
später nach Wien, wo er starb. 
Rettberg im Kstleb. 171 und 187 erwähnt blos den Paulus 
Juvenell, und gedenkt der an dem Viatis-Hause L. 6. innen und 
aussen befindlichen Gemälde, von denen die äusseren al fresco ge- 
malt, in den ersten Jahrzehnten des laufenden Jahrhunderts noch 
zum Thcil, z. B. Curtius sich in den Abgrund stürzend, zu sehen 
oder wenigstens zu errathen waren. Auch auf dem Graflischen 
Blatt, die Barfüsserbrücke, sind sie noch angedeutet. Jetzt freilich 
ist Alles übertüncht. 
Eine Linie der Juvenelle liess sich in Straubing nieder. Ca- 
spar Juvenel, Maler und Bürger daselbst, quittirte am 4. Sept. 1609, 
für sich und seine Geschwister, über 37 f. 7 Pfd., welche ihnen 
als Rest ihres anherrlichen Gutes von Peter Jacquet und Heinrich
        

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