Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405975
IOHANN 
NEUDÖRFER DER JÜNGE 
UNI) 
ANTONIUS NEUDÖRFER. 
werth ist, dass seiner als der zu dieser Materien den Weg ge- 
bahnet, rühmlich gedacht werde, dann er _war nicht allein weit 
und breit bekannt in der Arithmetica, Geometria, und der- 
gleichen Künsten ein fürtrefflicher erfahrner Mann, sondern 
auch der erste der die schönen und zierlichen, bevoraus aber 
die Teutschen Schriften die vorher aufs schlechtest und ein- 
fältigste im Gebrauch gewesen an Tag gebracht und dadurch 
Andere zu rnehrerm Fleiss und Nachsinnen aufgemuntert hat, 
wie denn, als bewusst, unterschiedliche seiner Discipuln zu 
kaiserl. und fürstlichen Kanzleien gezogen worden. Er war 
benebenst eines erbaren Lebenswandels und hielte bei den Sei- 
nigen gute Disciplin unter welche ihm viel vornehmer Leut 
Kinder, ja Grafen und Edelleut untergehen und anvertraut 
worden sind. Sein Conterfait wird auf dem Rathhaus zu ewiger 
Gedächtniss aufbehalten. 
Wenn auch die Verdienste Neudörfens um die Feststellung 
der neuen Sch(insclireibktinst, dadurch dass er sie auf geometrische 
Sätze begründete und auch für die damals besonders geschätzte 
Verzierung der Buchstaben Sorge trug, nur unbedingt anerkannt 
werden müssen, so darf doch die frühere Schrift keineswegs, so wie 
hier geschieht, herunter-gewürdigt werden. Schmierer hat es aller- 
dings vor, aber auch nach Neudörfer gegeben und wird es fort und 
fort geben. Aber wer die nicht wenigen dicken Folianten, welche 
z. B. das Stadtarchiv zu Nürnberg besitzt, die zu einer Zeit ge- 
schrieben sind, als an Neudörfer noch nicht zu denken war, sieht, muss 
vor der Sauberkeit und Reinheit der Züge allen Respect haben. 
Ebenso sind namentlich die aus der Mitte des vierzehnten Jahr- 
hunderts vorhandenen Urkunden, obgleich natürlich bei allen die 
sogenannte Mönchsschrift unverkennbar zu Grunde liegt, Muster 
von Sauberkeit und Gefälligkeit. Ausnahmen gibt es selbstver- 
stündlich auch da. Nicht nur gute Lehre und Zucht bildet den 
Schönschreibcr, sondern es gehört auch Anlage dazu. Auch die 
Frauenzimmerbriefe, z. B. der Pirkheimerinen, sind, bei allem Unter- 
schied, den der besondere Charakter auch der Handschrift gibt, 
durchgehends sauber und gefällig. 
NEUDÖRFER DER JÜNGERE UND ANTONIUS 
NEUDÖRFER. 
JOHANN 
Erst gemelten Herrn Johann Neudörfers Sohn, Johannes, 
und dessen Sohn Antonius, sind in der zierlichen Schreiberei 
rmchdcm ihnen ihr Vater und Anherr darinnen vorgegangen,
        

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