Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Des Johann Neudörfer Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547
Person:
Neudörfer, Johann Gulden, Andreas Lochner, Georg Wolfgang Karl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1403538
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1405913
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ENDRES VOLCKAMER. 
HANNS SACHS. 
ENDRES 
VOLCKAMER, PAPIERMACI-IER 
WEIDENMÜHLE. 
ZU 
DER 
Dieses Meisters Arbeit lobet ihn selbst und zweifel ich 
gar nicht, seine Arbeit werd nicht allein hier, sondern auch in 
weiten Orten bekannt und berühmt, auch dieser Stadt eine 
Ehre sein.  
Dass der Schreibmeister dem Papiermacher auch ein aner- 
kennendes Wort widmet, ist sehr in der Ordnung, obgleich sonst 
keine Kunde über diesen Papiermacher auf der Weidenmühle, die 
noch in den ersten Jahrzehnten des neunzehnten Jahrhunderts als 
Papiermühle thätig war, vorliegt. Eine zweite Papierrnühle war bei 
Wöhrd, auf der Tulnau. Die erste Papiermühle, welche Ulman 
Stromer 1390 einrichtete, war auf der Ostseite der Stadt, in der 
Gleissmühle, jetzt Hadermühle (Städtechron. l, 77 ff), wo zur Zeit 
andere industrielle Anstalten sind. 
Ein anderes damals noch weit mehr als heutzutage gebrauchtes 
Schreibmaterial war das hier in vorzüglicher Güte bereitete Perga- 
ment, von dessen Tretflichkeit noch gegenwärtig die vorhandenen 
Urkunden und andere Briefe Zeugniss geben. Eine Gasse, jetzt 
Cappadocia, früher Kappengasse genannt, hiess im r5ten und im 
Anfang des 16ten Jahrhunderts die Permentergasse. Die Kostspielig- 
keit des Stoffes veranlasste schon ziemlich bald Attsscheidttngen 
zwischen denen, welchen auf Pergarnent, und welchen auf Papier 
von Seiten des Raths geschrieben wurde, und eben desswegen 
begnügte man sich bei den Abschriften, die man sich aus den Ge- 
richtsbüchern von abgeschlossenen Kaufen und Verträgen anfertigen 
liess, mit dem wolfeilcren Material des Papiers.  
7a 
HÄNNS 
SACHS, 
SCHUHMÄCHER. 
Von Schuhmachen und Rinken ansetzen Will Apelles nicht, 
dass ich davon etwas urtheilen soll, sondern_ in dem das ich 
verstehe mag ich mein Gutdünken eröffnen, und wiewol vor 
der Zeit Hanns Folz, Barbirer, sehr hoch in deutschen Versen 
und Fastnachtspielen zu machen, berühmt ist gewesen, so ist 
er doch gegen diesen Sachsen, den ich billig einen deutschen 
Poeten nenne, zu vergleichen ganz nicht. Er ist auch mit all 
denselben und allerlei Historien Weitläufftig, wie auch in hei- 
liger Schrift belesen und geübt, wie dann seiner Bücher 
(deren 34 sind, 'worinnen an der Zahl 6263 Comödien, Tragö- 
dien, Lieder und Meistergesänge sind) und alles das er nun
        

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